Politik, Bauernbund | 18.04.2014

Klartext im Wald

Vertreter der Jäger, der Bauern und der Landesverwaltung haben Anfang April neue Leitlinien unterzeichnet. von Guido Steinegger

Die Jäger sollen für landwirtschaftsfreundliche Wilddichte sorgen, Grundbesitzer die Maßnahmen dafür unterstützen. (Foto: www.agrarfoto.at)

Die Jäger sollen für landwirtschaftsfreundliche Wilddichte sorgen, Grundbesitzer die Maßnahmen dafür unterstützen. (Foto: www.agrarfoto.at)

Bereits der Name ist Programm: Die Leitlinien tragen den Titel „Feld-Wald-Wild-Dialog“. Es sollen also die Bedürfnisse aller Interessensgruppen zur Sprache kommen und möglichst respektiert werden. Mit dieser Absicht haben Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler, Landesjägermeister Bertold Marx sowie die Direktoren der Landesabteilungen Forstwirtschaft, Paul Profanter, und Landwirtschaft, Martin Pazeller, am 1. April die Leitlinien unterzeichnet.

Demnach hat die Jagd mehrere Hauptaufgaben: Zum einen die Gesundheit des Wildbestandes und Wildökologie, zum anderen aber auch eine Wilddichte, die für die Land- und Forstwirtschaft verträglich ist. Entsprechend gibt das Papier sowohl für die Jagd als auch für die Land- und Forstwirtschaft Leitlinien vor.

Leitlinien für die Jagd
Auf der Jagdseite sind alle Beteiligten angehalten, in ihren Reihen das Bewusstsein für das Problem zu stärken und insbesondere in Problemgebieten – sprich Gebieten mit hohem Wilddruck – aktiv an Lösungen mitzuarbeiten. Das Papier stärkt dabei die Rolle der Abschussplankommission und definiert die wichtigsten „Weiser“ (Indikatoren) für die Abschussplanfestsetzung. Bei Bedarf sind Abschusspläne flexibel zu gestalten, um bei günstigen Jagdbedingungen stärkere Entnahmen von weiblichen Cerviden zu fördern. In Problemgebieten sind die Reviere aufgerufen, die interne Jagdordnung zielgerichtet anzupassen und Lösungen vorzuschlagen. Bei ungenügender Erfüllung des Abschussplanes müssen die Jagdschutzorgane in die Abschusserfüllung einbezogen werden. Die Rotwildfütterung soll landesweit eine Ausnahme darstellen. In Problemgebieten ist auch auf die Rehwildfütterung zu verzichten.

Leitlinien für Land- und Forstwirtschaft
Gleichzeitig formuliert das Papier auch land- und forstwirtschaftliche Leitlinien: Dies reicht von wildfreundlicher Bewirtschaftung des Waldes bis zum Offenhalten von Flächen im Wald, auf Weiden und Almen. Das bietet dem Wild Weidemöglichkeiten, erleichtert aber auch die Bejagung des Schalenwildes. Darin sollen die Grundbesitzer die Jäger grundsätzlich unterstützen, z.B. indem sie Ansitze, Schussschneisen oder attraktive Äsungsflächen ermöglichen. Einzäunungen sollen mit Ausnahme von Intensivkulturen und Schutzwaldsanierungen vermieden werden.

Auf die gesperrten Forst- und Almwegen sollen – mit der nötigen Rücksicht auf Freizeitnutzer – gezielt Bewilligungen verteilt werden, um den Jagddruck in wildschadensgefährdeten Gebieten zu erhöhen und gleichzeitig den Erfolg durch zeitlich und örtlich festgelegte Ruhegebiete zu fördern.

Die Leitlinien im Wortlaut gibt es hier zum Download