Bauernbund | 16.05.2014

Bauernbund: Naturschutz und Landwirtschaft gehören zusammen

Seit jeher arbeiten der Südtiroler und der Tiroler Bauernbund eng zusammen. Beim letzten Treffen beider Bauernbünde im Stift Stams standen die Milchwirtschaft und die Natura 2000-Gebiete im Mittelpunkt.

Für die beiden Bauernverbände (hier mit dem Abt von Stift Stams German Erd) bleibt die Berglandwirtschaft weiterhin ein Herzensanliegen.

Für die beiden Bauernverbände (hier mit dem Abt von Stift Stams German Erd) bleibt die Berglandwirtschaft weiterhin ein Herzensanliegen.

Einmal im Jahr trifft sich der Südtiroler Landesbauernrat, dem die Spitze des Bauernbundes und der bäuerlichen Organisationen sowie die Bezirksobmänner angehören, mit der Bundesvorstehung des Tiroler Bauernbundes. Eines der Themen war die Milchwirtschaft. „Die Krise in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland bringen den Milchpreis in Tirol unter Druck“, erklärte der Tiroler Bauernbund-Obmann und Landesrat für Landwirtschaft Josef Geisler. Unklar ist noch, wie sich der Wegfall der Milchquoten auf die Preise auswirken wird. „Auf alle Fälle muss der Milchwirtschaft auch weiterhin unser voller Einsatz gelten“, waren sich Geisler und der Südtiroler Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler einig. Ein weiteres Thema war die Umsetzung der EU-Agrarreform. Mit den Ergebnissen der Reform sind beide Bauernverbände im Großen und Ganzen zufrieden. „In den letzten Jahren haben wir gemeinsam für die Anliegen der Berglandwirtschaft in Brüssel gekämpft. Gar einige Wünsche konnten wir gemeinsam durchsetzen“, so die beiden Obmänner.
Unterschiede bei Natura 2000-Gebieten
Besprochen wurde weiters die Auswirkung von Natura 2000 auf die Landwirtschaft. Obwohl die landwirtschaftlichen Rahmenbedingungen - überwiegend Viehwirtschaft am Berg, kleinstrukturierte Familienbetriebe usw. - sehr ähnlich sind, wird der Schutz dieser Gebiete in beiden Ländern sehr unterschiedlich gehandhabt. „So ist es in Tirol ohne weiteres möglich, Wiesen in Natura 2000-Gebieten zu düngen, in Südtirol nicht. Dieser Unterschied ist nicht nachvollziehbar. Wir müssen sicherstellen, dass unsere Bauern ihre Wiesen auch in den Natura 2000-Gebieten zeitgemäß bewirtschaften können“, erklärte Tiefenthaler. Immerhin hat erst die Bewirtschaftung der Bauern diese Flächen für Natura 2000 interessant gemacht. Naturschutz und Landwirtschaft gehörten eben zusammen.
Weitere Themen im Stift Stams waren der Landeshaushalt und die Raumordnung. „Bei den gemeinsamen Themen werden sich die Bauernverbände auch in Zukunft abstimmen und eng mit den neuen Landesräten zusammenarbeiten“, erklärten Tiefenthaler und Geisler.