Bauernbund | 19.05.2014

Dank Obstbau immer mehr Feldhasen

Meister Lampe fühlt sich in Südtirol rundum wohl. Kaum ein anderes Wildtier hat in den letzten Jahren in den Obst- und Weinbaugebieten so deutlich zugenommen wie der Hase, stellen der Südtiroler Jagdverband und der Südtiroler Bauernbund fest.

Den Feldhasen scheint es in den Obst- und Weinbaugebieten besonders gut zu gefallen. Ihre Zahl hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen (Foto: Manfred Stark).

Den Feldhasen scheint es in den Obst- und Weinbaugebieten besonders gut zu gefallen. Ihre Zahl hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen (Foto: Manfred Stark).

Laut dem Jagdverband haben Jagdaufseher und Jäger insbesondere im Obst- und Weinbaugebiet eine starke Zunahme festgestellt. „Mit dem Obstbau kommen die Hasen. Denn dort, wo die Obstanlagen in die höheren Tallagen vordringen, sind auch vermehrt Hasen anzutreffen“, erklärt der Geschäftsführer des Jagdverbandes Heinrich Aukenthaler. Auch in den Tallagen nehmen die Hasen zu. „Die Hasen sind im Gegensatz zu früheren Zeiten häufiger und mittlerweile sogar tagsüber zu sehen“, weiß Aukenthaler.
Der Jagdverband vermutet mehrere Gründe für die steigende Zahl der Hasen in den Obst- und Weinbaugebieten. „Häufiges Mähen kommt dem Steppentier Hase offenbar zugute, denn er muss bei der Äsungsaufnahme freies Blickfeld haben“, erklärt Aukenthaler. In den niedrigstämmigen Kulturen ist Meister Lampe zudem relativ gut vor Zugriff aus der Luft geschützt.
Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler begrüßt den positiven Einfluss des Obstbaus auf die Verbreitung des Hasen. „Der Feldhase fühlt sich im Umfeld der Obst- und Weinbauanlagen besonders wohl. Das zeigt, dass dort ein guter Lebensraum für Tiere und Pflanzen besteht.“
Verwundet sind Bauernbund und Jagdverband deshalb über einen Artikel von Peter Ortner, Obmann des Heimatpflegeverbandes, im „Dolomiten Magazin“, in dem vom Aussterben des Feldhasen aufgrund der intensiven Landwirtschaft die Rede ist. „Im Artikel beschreibt Peter Ortner unseren Feldhasen größtenteils sehr treffend. Was aber die Bestandsentwicklung anbelangt, stimmen seine Vermutungen für Südtirol ganz sicher nicht“, stellt Aukenthaler fest. Die Hasendichte sei inzwischen so hoch, dass bereits Schäden beklagt werden. „Im Winter können Hasen die Rinde der Obstbäume abnagen, die Bäume sterben dadurch ab. Im Unterland und Überetsch müssen daher vielerorts die dünnen Stämme mit Manschetten geschützt werden“, so Aukenthaler.