Südtiroler Landwirt, Marketing, Bauernbund | 20.05.2014

Willkommen auf unseren Höfen!

Was macht ein Südtiroler Bauer eigentlich den ganzen Tag über? Was braucht er, damit er und seine Familie überleben können? Diese und viele andere Fragen werden sieben bäuerliche Familien am Sonntag beim zweiten Bauernhof-Sonntag beantworten. von Bernhard Christanell

Wer Freunde zu sich nach Hause einlädt, der gewinnt nicht nur neue Freunde, sondern auch deren Sympathie und Verständnis, wenn es um die eigene Arbeitsweise geht. Auch dieser Gedanke war es, der hinter der Idee zum Bauernhof-Sonntag stand. Vor zwei Jahren waren es acht bäuerliche Familien im ganzen Land, die ihre Tore für Besucher öffneten und für einen Tag jedem Interessierten Einblick in ihr Zuhause gewährten.
Am Sonntag haben Herr und Frau Südtiroler die einmalige Gelegenheit, sieben weitere Höfe kennenzulernen. Passend zum UNO-Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe stehen diesmal die Familien auf den Höfen ganz besonders im Mittelpunkt.

Einblick in naturnahe Produktionsweise gewähren

Dass eine Aktion wie der Bauernhof-Sonntag nicht nur wissenshungrigen Besuchern etwas bringt, sondern vor allem auch der Südtiroler Landwirtschaft, davon ist Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler überzeugt: „Unsere Bäuerinnen und Bauern haben nichts zu verstecken – im Gegenteil: Sie halten bei ihrer Arbeit sehr strenge Standards ein, um Lebensmittel von hoher Qualität zu produzieren. Das dürfen und sollen alle im Land wissen.“
Damit die Besucher vom Bauernhof-Sonntag auch wirklich nützliche Informationen mit nach Hause nehmen können, hat sich der Südtiroler Bauernbund als Organisator ein umfangreiches Rahmenprogramm für jeden Hof einfallen lassen. Die Besucher erwarten nicht nur heimische Spezialitäten aus Küche und Keller, sondern auch Hofführungen, Kellereibesichtigungen, Verkostungen von bäuerlichen Qualitätsprodukten der Marke „Roter Hahn“, bäuerliche Handwerk, ein Bauernmarkt und vieles mehr. Die Tagesmütter der Bäuerinnen-Sozialgenossenschaft „Mit Bäuerinnen lernen – wachsen – leben“ bieten eine Kinderbetreuung an, sodass die Eltern sich in aller Ruhe den Hof anschauen können.

Vielfalt der heimischen Landwirtschaft aufzeigen

Besonders geachtet wurde bei der Organisation des Bauernhof-Sonntags darauf, dass möglichst viele verschiedene Aspekte der Südtiroler Landwirtschaft gezeigt werden. So finden sich unter den Höfen bekannte Aushängeschilder in Sachen Direktvermarktung ebenso wie klassische Bauernhöfe, die – so wie die meisten Bauern im Land – ihre Produkte an eine Genossenschaft liefern. Vollerwerbsbauern sind ebenso darunter wie Bauern, die neben der Arbeit am Hof einer zweiten Beschäftigung nachgehen. „Wir wollen ein realistisches Bild davon zeigen, was die Südtiroler Landwirtschaft ausmacht: Große Vielfalt auf engstem Raum, Ideenreichtum und Kreativität, aber auch harte Arbeit und viele Entbehrungen“, erklärt Bauernbund-Obmann Tiefenthaler.
Gerade die Vielfalt ist es ja, die die Südtiroler Landwirtschaft kennzeichnet: „In kaum einem anderen Land stellen Bauern auf einer so kleinen Fläche so viele verschiedene Qualitätslebensmittel her wie bei uns in Südtirol. Das wollen wir auch den Besuchern beim Bauernhof-Sonntag zeigen“, betont Tiefenthaler.

Höfe auf das ganze Land verteilt

Die sieben Höfe sind über das ganze Land verteilt. Am Ausserloretzhof in Laas brennen Günther und Christine Tappeiner edler Destillate, die sie selbst vermarkten. Für die Edelbrände haben sie schon so manche Auszeichnung erhalten. Der Dosserhof von Josef und Emma Thaler ist ein klassischer Apfelbetrieb in Schenna, der aber auch Trauben produziert. Der Staudacherhof von Hans und Karin Nocker ist ebenfalls ein Obst- und Weinbaubetrieb. Beide Betriebe liefern die Äpfel und Trauben an Genossenschaften. Stefan Köhl vom Lehrnerhof ist vor einigen Jahren mit einer eigenen Hofkäserei erfolgreich gestartet. Mit seinen Käsespezialitäten ist er mittlerweile in vielen Geschäften und Restaurants vertreten. Ebenfalls sehr erfolgreich sind Alois und Christine Ochsenreiter von Hausmannhof in Salurn. Sie stellen Weine und Sekt nach biodynamischen Richtlinien her. Johann Wurzer vom Joggelehof in Ridnaun führt einen klassischen Milchviehbetrieb. Die Milch wird täglich an den Milchhof Sterzing geliefert. Am Lechnerhof in Prags sind David und Elisabeth Patzleiner vor Jahren in die Kuh- und Ziegenmilchkäseherstellung eingestiegen – mit großem Erfolg. Die Käsespezialitäten verkaufen sie ab Hof, auf dem Bauernmarkt sowie an Geschäfte und Restaurants. Zudem bieten sie Urlaub auf dem Bauernhof und Schule am Bauernhof an.

Bäuerliche Familien auch als Gäste willkommen

Leo Tiefenthaler bedankt sich abschließend bei den sieben bäuerlichen Familien, die sich am Bauernhof-Sonntag beteiligen und lädt besonders auch die bäuerliche Bevölkerung ein, am Sonntag einen oder mehrere Höfe zu besuchen: „Wir Bäuerinnen und Bauern sind in der Gesellschaft vor allem für unseren starken Zusammenhalt bekannt. Zeigen wir das auch, indem wir am Sonntag unsere Kollegen auf ihren Höfen besuchen und damit beitragen, dass der Bauernhof-Sonntag zu einem echten Fest für die Landwirtschaft wird!“ Einen Dank richtet der Bauernbund-Obmann auch an die Sponsoren der Veranstaltung: die Handelskammer Bozen, die Raiffeisenkassen Südtirols sowie die Südtiroler Obst- und Milchwirtschaft.

Alle Infos zu den sieben Höfen gibt es auf unserer interaktiven Karte

In eigens dafür produzierten Audio-Slideshows stellen wir die sieben Höfe vor


Wer am Bauernhof-Sonntag teilnimmt, kann dies auch auf Facebook mitteilen