Südtiroler Bauernjugend, Marketing, Innovation | 04.06.2014

Marmelade geht auch ohne Zucker

Bei ihrer diesjährigen Klausur besuchte die SBJ-Landesführung zwei findige Jungbauern in Olang – und war beeindruckt von ihrem Ideenreichtum.

Überzeugten sich von Innovation vor Ort: von links: Andreas Mair, Christine Tschurtschenthaler, Cilli Mittelberger, Renate Pedrotti, Alfred Sinner, Andreas Telser und Daniel Oberparleiter vom Lerchnhof.

Überzeugten sich von Innovation vor Ort: von links: Andreas Mair, Christine Tschurtschenthaler, Cilli Mittelberger, Renate Pedrotti, Alfred Sinner, Andreas Telser und Daniel Oberparleiter vom Lerchnhof.

Daniel Oberparleiter hat sich am 1000 Meter hoch gelegenen Lerchnhof in Olang dem Stein- und Beerenobst verschrieben: Süßkirschen, Himbeeren, Heidelbeeren und Erdbeeren, aber auch Raritäten wie die Taybeere oder weiße Himbeeren wachsen auf seinen Feldern. „Die Rohprodukte verarbeiten wir auch zu Marmeladen, Fruchtaufstrichen, Säften und Likören“, erklärt der gelernte Koch. Seit 2013 gibt nicht der herkömmliche Kristallzucker den Marmeladen die nötige Süße, sondern Birkenzucker.

Gesund, kalorienarm und zahnverträglich

Hauptsächlich bekannt ist der Birkenzucker in der Zahnpflege. Dort tritt er unter dem Namen Xylit auf. Die Eigenschaft von Xylit ist, dass sich die im Mund befindlichen Bakterien dieses nicht abbauen können, so dass keine Säure durch den Abbauprozess entsteht. „Weitere Vorteile liegen auf der Hand“, berichtet Oberparleiter: „Gegenüber dem herkömmlichen Kristallzucker hat der Birkenzucker 75 Prozent weniger Kohlenhydrate, 40 Prozent weniger Kalorien, fördert die Verdauung und ist gut für Zähne und Knochen.“

Wirtschaftlich kalkulieren wichtig
Hinter dem Erfolg stecken ein steiniger Weg, einige Rückschläge, viel Mut und harte Arbeit. „Jeder neue Weg muss gut überlegt und wirtschaftlich durchgerechnet sein. Zu meinen, man kann einfach ein paar Kirschbäume setzen und der Erfolg kommt dann von alleine, stimmt nicht“, erklärt der Jungbauer.

Gandlerhof setzt auf mehrere Standbeine

Markus Felder vom Gandlerhof setzt am elterlichen Hof auf mehrere Standbeine: Milchwirtschaft, Gemüseanbau, Urlaub auf dem Bauernhof und ein Blockheizkraftwerk. „An die 60 Kühe zählt unser Betrieb. Die durchschnittliche Jahresmilchleistung liegt mit neun Tonnen pro Milchkuh deutlich über den Durchschnitt.“, erklärt der Jungbauer. Daneben setzt Markus auch auf Gemüse. „Das ist ein weiteres Standbein, das nicht mehr wegzudenken ist.“
Neben Urlaub auf dem Bauernhof besitzt der Betrieb auch ein Blockheizkraftwerk. „Mit dem Heizkraftwerk gewinnen wir elektrische Energie und Wärme für den Betrieb. Der Überschuss wird wenn möglich eingespeist“, erklärt Felder. Auch er betont: „Jeder Betrieb muss sich die Rechnung machen, ob sich eine solche Investition überhaupt rentiert.“ SBJ-Landesleiterin Christine Tschurtschenthaler ist überzeugt: „Südtirols Jungbauern sind innovativ und sichern mit findigen Ideen die Zukunft der landwirtschaftlichen Betriebe.“