Internationales | 10.06.2014

Krim: Ernteausfälle wegen Wassermangel

Weil die Bauern auf der Krim aus der Ukraine kein Wasser mehr bekommen, kommen jetzt Rubel aus Moskau. Das russische Landwirtschaftsministerium zahlt umgerechnet insgesamt 5,7 Millionen Euro zum Ausgleich von Ernteausfällen. von AgraEurope

Ohne die Wasserversorgung aus der Ukraine sitzen die Krim-Bauern auf dem Trockenen.

Ohne die Wasserversorgung aus der Ukraine sitzen die Krim-Bauern auf dem Trockenen.

Die Ukraine verweigert seit der Annexion der Halbinsel die Wasserzufuhr über den Nord-Krim-Kanal, die bis dahin rund 85 Prozent deren Gesamtbedarfs an Süßwasser deckte. Unterdessen beklagte der Präsident der nationalen Getreideunion Russlands, Arkadij Slotschewskij, die Ankündigung von Ministerpräsident Dmitrij Medwedew, dass auf den geplanten Ausbau des Schwarzmeerhafens Taman wegen des Anschlusses der Krim verzichtet werde. Der Ausbau der dortigen Umschlagskapazitäten für Getreide sei dringend notwendig, damit die überhöhten Kosten der russischen Häfen gesenkt würden, erklärte Slotschewskij. Die Getreideterminals in den Krim-Häfen würden nicht genutzt; Transporte über die Ukraine wären unzweckmäßig, und die Errichtung einer Brücke zwischen dem russischen Festland und der Halbinsel sei vorerst nicht in Sicht. Zudem gehörten zwei der drei Tiefwasserhäfen auf der Krim ukrainischen Oligarchen, nämlich dem zum Staatspräsidenten gewählten Petro Poroschenko sowie Rinat Achmetow.

Auch Zuckerlieferungen eingestellt
Der Ukrainische Agrarbusiness-Klub (UCAB) berichtete derweil, dass die Zuckerversorgung aus Russland die Bevölkerung der Krim zusätzlich fast 10 Millionen Euro jährlich kosten werde. Dieser Betrag leite sich aus der Differenz zwischen den Zuckerpreisen in Russland und der Ukraine ab. Laut Angaben von UCAB beläuft sich der Zuckerbedarf der Krim auf jährlich rund 85 000 Tonnen, die bisher zu 100 Prozent durch Lieferungen aus der Ukraine gedeckt wurden. Anfang April wurden diese Lieferungen eingestellt.