Bauernbund | 12.06.2014

SBB-Preis 2014 vergeben

Vor dem Hintergrund des UNO-Jahres der bäuerlichen Familienbetriebe wurde dieses Jahr zum dritten Mal der SBB-Preis an Studierende der Freien Universität Bozen vergeben. Die Studenten des ersten Jahres des Studiengangs „Agrarwissenschaften und Umweltmanagement“ untersuchten diesmal die Themenstellung „Sozialökonomische und familiäre Aspekte der bäuerlichen Familienbetriebe in Südtirol“.

Christian Fischer, Ulrich Höllrigl, Elisa Gemassmer, Marco Merola, Katherina Beber und Lukas Zingerle bei der Prämierung.

Christian Fischer, Ulrich Höllrigl, Elisa Gemassmer, Marco Merola, Katherina Beber und Lukas Zingerle bei der Prämierung.

Im Rahmen des Studienfaches „Einführung in die Agrar- und Umweltökonomie und -politik“ befragten die Studenten in Kleingruppen 100 Betriebsleiter von Obstbau-, Weinbau- und Grünlandbetrieben in ganz Südtirol. Aufbauend auf den Gesprächen und unterrichtsbegleitenden Vorträgen und Materialen erhoben die Studierenden die aktuelle Realität der bäuerlichen Familienbetriebe und erarbeiteten Vorschläge für deren Weiterentwicklung. Die Vorschläge wurden einer Bewertungskommission vorgestellt. Diese bestand aus dem Vizedirektor des Südtiroler Bauernbundes Ulrich Höllrigl, dem Landesobmann-Stellvertreter der Südtiroler Bauernjugend Andreas Telser und der Landesbäuerin-Stellvertreterin Helga Fischnaller, sowie den Professoren Christian Fischer und Günter Schamel und der Projektbetreuerin Simone Pfuderer.
Die Ergebnisse der insgesamt sechs Gruppenarbeiten waren sehr aufschlussreich: Gruppenübergreifend stellte sich heraus, dass die Familienmitglieder am Hof aktuell stark in die Arbeitsabläufe eingebunden sind und diese Mitarbeit auch in Zukunft essentiell sein wird, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig wird in Zukunft der Einsatz von nicht-familieneigenen Arbeitskräften aus Sicht der befragten Bäuerinnen und Bauern zunehmen.
Eine wichtige Rolle am Hof spielt die Bäuerin. Bereits heute erwirtschaftet die Bäuerin auf vielen Höfen ein Zusatzeinkommen - dieses ist auch notwendig, um die wirtschaftliche Existenz des Betriebes zu sichern. Abgefragt wurde zudem, ob sich die Mehrfachbelastung, beispielsweise durch einen Zu- und Nebenerwerb des Bauern oder der Bäuerin außerhalb des Betriebes, negativ auf das Familienleben auswirkt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Altbauern am Hof hier eine zentrale Rolle spielen, da sie wertvolle Mithilfe bei der Kinderbetreuung leisten.
Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen für die bäuerlichen Betriebe sehen die Studenten im touristischen Bereich, bei der Vermarktung hofeigener Produkte, beim Anbau von Sonderkulturen im Berggebiet und bei der Kinderbetreuung bzw. im Bereich der Schule am Bauernhof.
SBB-Vizedirektor Ulrich Höllrigl überreichte den Preis an die Siegergruppe, die die Gemeinden Brixen und Ulten bearbeitete, und lobte die Ergebnisse. Die Gewinner Katharina Beber, Elisa Gemassmer, Anna Höller, Antonio Kron Morelli, Lukas Zingerle und Marco Merola freuten sich sehr über den erhaltenen Preis.