Bauernbund | 04.07.2014

Besseres Nebeneinander dank Rahmenabkommen

Das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln weiter zu verbessern und so das Nebeneinander von integriert und biologisch arbeitenden Obstbauern zu erleichtern, ist das erklärte Ziel der Südtiroler Obst- und Bioverbände und des Südtiroler Bauernbundes. Gemeinsam haben die Verbände ein Abkommen vereinbart, das Abstandsregelungen und den Einsatz modernster Technik beim Pflanzenschutz vorsieht.

Um das Nebeneinander von integriert und biologisch arbeitenden Obstproduzenten zu erleichtern, haben die Vertreter der Südtiroler Obst- und Bioverbände und des Bauernbundes kürzlich in Bozen ein gemeinsames Abkommen unterzeichnet.

Um das Nebeneinander von integriert und biologisch arbeitenden Obstproduzenten zu erleichtern, haben die Vertreter der Südtiroler Obst- und Bioverbände und des Bauernbundes kürzlich in Bozen ein gemeinsames Abkommen unterzeichnet.

Die „Rahmenvereinbarung für ein konfliktfreies Nebeneinander von biologisch und integriert bewirtschafteten Obstbauflächen“ wurde von Vertretern der Bioverbände, der Erzeugerorganisationen wie VOG, VIP, FOS und Fruttunion, von Beratungsring, AGRIOS und Südtiroler Bauernbund unterzeichnet. Die Vereinbarung betrifft konventionell bzw. integriert bewirtschaftete Obstanlagen, die an biologische Obstanlagen angrenzen und umgekehrt, und ergänzt die jüngst beschlossenen Richtlinien des Landes zum Pflanzenschutz.Das Abkommen enthält Vorgaben, die Obstproduzenten einhalten müssen, um wechselseitige Abdrift von Pflanzenschutzmitteln zu vermeiden. „Wir wollten eine Vereinbarung, in der beschrieben ist, welche Vorkehrungen die Obstbauern zur Vermeidung von Abdrift treffen müssen und wie mit eventuell auftretenden Schäden durch Abdrift umzugehen ist“, erklärt Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler. In dem Abkommen sind die Maßnahmen gegen Abdrift angeführt. So wird ein Sicherheitsabstand zur Grundstücksgrenze eingeführt, innerhalb dem Obstbauern Pflanzenschutzmittel nur in Richtung des eigenen Grundstücks ausbringen dürfen. Empfohlen wird in dem Abkommen das Anpflanzen einer Hecke oder die Aufrüstung des Sprühgerätes mit einem Gebläseaufsatz und Injektordüsen zur Minderung der Abdrift. Grundsätzlich dürfen Pflanzenschutzmaßnahmen der Vereinbarung zufolge nur bei geeigneten Windverhältnissen und mit angepasster Einstellung des Sprühgerätes durchgeführt werden. Bei Neuanlagen sieht die Regelung bestimmte Abstände zwischen Baumreihen und Grundstücksgrenze vor.„Diese Maßnahmen bilden die Basis für ein gutes Miteinander von biologischem und integriertem Obstbau in Südtirol, und sie stehen für die Verantwortung und den Respekt der Obstbauern für die Bewirtschaftungsweise ihrer angrenzenden Kollegen“, sagt SBB-Vizeobmann Bernhard Burger, der die Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung des Abkommens geleitet hat. Zudem beinhaltet das Abkommen erstmals die Möglichkeit, um eventuelle Konfliktfälle zu handhaben. Bei Nicht-Beachtung der Richtlinien sowie bei bestimmten Schäden durch Abdrift kann der betroffene Grundeigentümer seinen Fall zur Schlichtung anmelden. Es folgt dann eine gemeinsame Aussprache bei der betreffenden Vermarktungsorganisation. Sollte es zu keiner einvernehmlichen Lösung kommen, wird der Fall vor dem Schiedsgericht der Handelskammer Bozen behandelt.Für alle Beteiligten ist das Abkommen nun auch die Grundlage für eine weitere Vereinbarung, die zwischen den Obstproduzenten und den Bauern, die andere Kulturen bewirtschaften, getroffen werden soll. „Wir wollen jetzt so schnell wie möglich Regelungen vereinbaren, die für Obstanlagen angrenzend an Futterwiesen, Acker- und Kräuterflächen gelten, damit jeder Landwirt erfolgreich seiner Bewirtschaftungsweise nachgehen kann“, erklärt Tiefenthaler.