Wirtschaft, Bauernbund | 22.08.2014

Ausschreibungen besser vorbereiten

Bei öffentlichen Ausschreibungen in Südtirol läuft einiges schief. Sowohl bei Lebensmitteln für die Krankenhäuser als auch beim Behindertentransport sind Südtiroler Unternehmen leer ausgegangen. Daher muss schnellstens gehandelt werden, sonst werden immer mehr Aufträge an Firmen außerhalb des Landes gehen, warnen der Bauernbund und der Sennereiverband.

Besonders die oft sehr fragwürdigen Vorgaben und bürokratischen Auflagen stoßen den Verbänden sauer auf. So wurde bei der Ausschreibung von Lebensmittellieferungen an die heimischen Krankenhäuser unter anderem der Asiago-Käse verlangt, der aber kein typisches Südtiroler Produkt ist und den die heimischen Unternehmen nicht produzieren dürfen. Auch wurden keine ähnlichen Sorten zugelassen. „Das ist eine klare Benachteiligung unserer Betriebe. Wir haben andere ursprungsgeschützte Käsespezialitäten wie den Stilfser Käse, den man genauso hätte ausschreiben können. Wieso wurde das nicht gemacht?“, fragen sich nicht nur Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler und der Obmann des Sennereiverbandes Südtirol Joachim Reinalter. Nicht nachvollziehbar sei auch, wieso von den Anbietern z. B. mindestens drei Bankverbindungen verlangt werden. „Das ist nichts weiter als unnötige Bürokratie.“ Noch zu wenig berücksichtigt werden (obwohl Teil der Vorgaben) auch die kurzen Lieferwege. „Damit könnte man die Position der einheimischen Unternehmen stärken.“ Unerklärlich ist für den Sennereiverband Südtirol, wie der Sieger der Ausschreibung, ein italienischer Großverteiler, beim Kriterium Qualität besser abschneiden konnte als die heimischen Anbieter. „Wir möchten, dass die Daten veröffentlicht werden“, sagt Joachim Reinalter.
Der Südtiroler Bauernbund fordert nun, die nächsten Ausschreibungen besser zu planen und die lokalen Gegebenheiten stärker zu berücksichtigen. „Es wäre schade, wenn weitere öffentliche Großaufträge an Firmen außerhalb von Südtirol gehen würden. Daran kann im Lande niemand Interesse haben, denn dadurch verliert Südtirol nicht nur viel Wertschöpfung, sondern auch Arbeitsplätze“, so Tiefenthaler.
Das wird eines der Themen bei dem von Landeshauptmann Arno Kompatscher angekündigten Treffen mit allen Beteiligten - Vergabestelle, Abnehmer, Anbieter und Verbände – sein. Dort wird man gemeinsam überlegen, was zukünftig besser gemacht werden kann. Vor allem das neue, für Herbst geplante Landesvergabegesetz muss noch dringend überarbeitet werden.