Bauernbund | 30.09.2014

Schulterschluss für ländlichen Raum

Eine Südtiroler Allianz für einen attraktiven ländlichen Raum, eine intelligente Flächennutzung und das Verhindern der Abwanderung, will die „Plattform Land“. Der Interessensgemeinschaft, die vom Gemeindenverband Südtirol und dem Südtiroler Bauernbund ins Leben gerufen wurde, haben sich zahlreiche Organisationen angeschlossen.

Die Plattform Land will sich verstärkt für den Erhalt der Lebensqualität im ländlichen Raum einsetzen.

Die Plattform Land will sich verstärkt für den Erhalt der Lebensqualität im ländlichen Raum einsetzen.

Der ländliche Raum ist Lebens-, Wirtschafts-, Arbeits- und Erholungsraum für über die Hälfte der Südtirolerinnen und Südtiroler. Die Lebensqualität in der Peripherie zu erhalten, hat sich die „Plattform Land“ zum Ziel gesetzt. Eines der Hauptanliegen ist, eine Abwanderung zu verhindern. „Wenn wir wollen, dass die Menschen in den Dörfern bleiben, braucht es ein Bündel an sektoren- und institutionsübergreifenden Maßnahmen. Dazu gehört die Sicherstellung von funktionierenden Diensten und Infrastrukturen, wie Breitbandverbindungen, die Nahversorgung, soziale und medizinische Dienste, aber auch ein Dorfgasthaus“, erklärte Leo Tiefenthaler, der auf der 1. Mitgliederversammlung zum Sprecher der „Plattform Land“ gewählt wurde. Es sei viel leichter, bestehende und funktionierende Strukturen zu erhalten als solche, die einmal geschlossen wurden, wieder zu öffnen, sagte Landesrat Arnold Schuler.

Arbeitsplätze sind entscheidend

Entscheidend ist der Erhalt bzw. die Schaffung von Arbeitsplätzen. „Häufig beginnt der Verlust der Attraktivität eines peripheren Gebietes - und damit die Abwanderung - mit dem Fehlen von Arbeitsplätzen. In der Folge fällt die Nahversorgung weg, Infrastrukturen und Dienste werden langsam abgebaut, bis es schlussendlich zur Entvölkerung kommt. Beispiele dafür gibt es etwa in Belluno. Soweit darf es bei uns nie kommen“, unterstrich Andreas Schatzer, der Präsident des Gemeindenverbandes und zugleich stellvertretender Sprecher der „Plattform Land“. Daher will die „Plattform Land“ Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung angehen und neue Betriebe ansiedeln, die Arbeitsplätze in der Nähe schaffen bzw. erhalten. Verschiedene Jugendorganisationen sollen konkrete Maßnahmen in den Bereichen Wohnen, Arbeits- und Ausbildungsplätze, Familien, öffentlicher Verkehr und Bildung ausarbeiten.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die intelligente Flächennutzung. „Das Sanieren soll stärker gefördert werden, um den Flächenverbrauch zu verringern, ohne dabei eine notwendige Entwicklung in Wirtschaft und Gesellschaft zu verhindern. Zudem muss die Raumordnung vereinfacht und das übergemeindliche Bauen gefördert werden“, unterstrich Tiefenthaler das Anliegen der Plattform.
Mit Gesetzesinitiativen, Veranstaltungen, Studien, Kampagnen und Publikationen will die „Plattform Land“ den ländlichen Raum und die Bürgerinnen und Bürger, die dort wohnen, stärken.

Viele Partner und Mitglieder
Unterstützung kommt dabei von vielen Seiten. Neben Bauernbund und Gemeindenverband beteiligt sich auch die Landesregierung an der Initiative. „Eine Politik für den ländlichen Raum nützt auch den urbanen Zentren. Südtirol hat daher immer schon eine aktive Politik für den ländlichen Raum gemacht und wird sich auch weiterhin für die peripheren Gebiete einsetzen“, versprach Landeshauptmann Arno Kompatscher. In der „Plattform Land“ vertreten sind auch die Wirtschaftsverbände , wie die Handelskammer Bozen, der Wirtschaftsverband Handwerker und Dienstleister LHV, der Hoteliers- und Gastwirteverband HGV, der Handels- und Dienstleisterverband hds, der Unternehmerverband und der Raiffeisenverband Südtirol. Zudem werden weitere Mitglieder aus den Bereichen Tourismus, Soziales, Bildung, Forschung und Umwelt folgen. Mit Organisationen aus dem Ausland, wie Regionen.Österreich, der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft Berggebiete (SAB), Euromontana oder Argealp, auch in Hinblick auf die Makroregion Alpen, soll es eine enge Vernetzung und Zusammenarbeit geben.