Bauernbund | 10.10.2014

EU-Landwirtschaft für Wachstum und Beschäftigung wichtig

Auf dem Kongress der europäischen Landwirte in Brüssel haben führende Bauernvertreter die große Bedeutung der bäuerlichen Familienbetriebe und Genossenschaften für das Wirtschaftswachstum in der EU, eine sichere Ernährung und den Umweltschutz unterstrichen.

Hochkarätige Gäste: Giuseppe Castiglione, Unterstaatssekretär, Dacian Ciolos, EU-Agrarkommissar, Herbert Dorfmann, Leo Tiefenthaler, Mario Guidi, Präsident Confagricoltura, Paolo di Stefano, ebenfalls Confagricoltura.

Hochkarätige Gäste: Giuseppe Castiglione, Unterstaatssekretär, Dacian Ciolos, EU-Agrarkommissar, Herbert Dorfmann, Leo Tiefenthaler, Mario Guidi, Präsident Confagricoltura, Paolo di Stefano, ebenfalls Confagricoltura.

Um eine wettbewerbsfähige und nachhaltige Landwirtschaft auch zukünftig zu garantieren, seien vor allem Verbesserungen bei der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) notwendig, wurde gefordert. Aus Südtirol war Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler und der EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann vertreten.

Die landwirtschaftlichen Familienbetriebe stehen vor zahlreichen Herausforderungen, waren sich die über 500 Vertreter des Agrarsektors aus 28 EU-Staaten einig, die zu dem von der Dachorganisation der europäischen Bauern- und Genossenschaftsverbände Copa-Cogeca organisierten Kongress gekommen waren. „Besonders die Zunahme der Wetterphänomene und die damit verbundenen Ernteausfälle erschweren ein wirtschaftliches Arbeiten“, fasste Herbert Dorfmann zusammen. Sorgen bereiten auch die stark gestiegenen Betriebsmittelkosten in Verbindung mit sehr volatilen Märkten und entsprechenden Preisschwankungen für Lebensmittel.
Kritik üben die europäischen Bauern am Russland-Embargo. Die Landwirtschaft werde zum Spielball der internationalen Politik. „Der Kongress der Europäischen Landwirte forderte deshalb, mehr Unterstützung für die Marktforschung bereitzustellen. Damit könnten neue Absatzmärkte erschlossen und der Export gestärkt werden“, unterstrich Dorfmann. Zugleich sollten bürokratische Handelsbeschränkungen abgebaut werden. „Unterschiedliche Vorschriften für Ausfuhren und nichteinheitliche Kennzeichnungs- und Verpackungsregeln blockieren den Handel und machen die Lebensmittel für die Endverbraucher teurer. Hier muss dringend gehandelt werden, ohne natürlich die Lebensmittelsicherheit zu beschneiden.“

Mehr Investitionen in den Agrarsektor
In der letzten Zeit sind die Investitionen in der Landwirtschaft zurückgegangen. Ein Grund dafür liegt in den oft wenig klaren Regeln und dem bürokratischen Aufwand durch die GAP. „Es braucht wieder mehr Investitionen in den Sektor und mehr Forschung und Entwicklung. Sonst setzten wir die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft aufs Spiel“, fasste Tiefenthaler die Stimmung zusammen. „Als besonders wichtig erachten die europäischen Bauernvertreter eine angemessene Aus- und Weiterbildung der Junglandwirte sowie eine entsprechende Förderung. Zudem soll die Landwirtschaftspolitik allgemein stärker in den Fokus der politischen Tagesordnung gelangen“, sagte Tiefenthaler.  
Zum Abschluss wurde von den Agrarvertretern eine Erklärung mit den Forderungen für eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit beschlossen.

Daten zur europäischen Landwirtschaft:

Die europäische Landwirtschaft ist mit fast 26 Mio. Beschäftigten, die hauptsächlich in Familienbetrieben tätig sind, das Rückgrat der ländlichen Gebiete der EU. Sie versorgt 500 Mio. Verbraucher mit Lebensmitteln. Die agrarische Produktion der EU-28 hat einen Wert von mehr als 400 Mrd. Euro. Die Union ist auch der weltweit wichtigste Exporteur landwirtschaftlicher Erzeugnisse und Lebensmittel, die drei Viertel der Netto-Handelsbilanz ausmachen. Der Agrarsektor leistet also einen großen Beitrag zur EU-2020-Strategie für Wachstum und Beschäftigung der Europäischen Kommission