Marketing | 21.10.2014

UaB zum Ganzjahresangebot ausbauen

Während der Urlaub auf dem Bauernhof im Sommer zu einer festen Größe im touristischen Angebot geworden ist, gibt es im Winter noch Potential nach oben. Wie die steigende Nachfrage im Winter besser genutzt werden kann, war Thema der diesjährigen UaB-Fachtagung in der Messe Bozen.

Über 800 Bäuerinnen und Bauern kamen zur Tagung in das Kongresszentrum der Messe Bozen.

Über 800 Bäuerinnen und Bauern kamen zur Tagung in das Kongresszentrum der Messe Bozen.

Knapp 2,3 Mio. Nächtigungen wird es bis Jahresende auf den Bauernhöfen geben - das entspricht etwa 7,5 Prozent der gesamten Nächtigungen im Land. Der Großteil davon entfällt auf den Sommer. Für den Leiter der Abteilung Marketing Hans J. Kienzl liegt deshalb besonders im Herbst, Winter und Frühjahr noch großes Potential. „Die Nächtigungen von November bis April machen nur 28 Prozent aus. Damit liegt der Urlaub auf dem Bauernhof rund zehn Prozent unter dem Landesschnitt.“ Und das, obwohl die Nachfrage nach Urlaub auf dem Bauernhof in der kalten Jahreszeit wächst. Daher will die Qualitätsmarke „Roter Hahn“ verstärkt auch für den Winter am Bauernhof werben - mit entsprechenden Angeboten und Winterbildern nicht nur in den Kernmärkten Deutschland und Italien, sondern auch in den Beneluxstaaten sowie im Osten. „Unser nächstes großes Projekt ist der Ausbau des Winterurlaubs. Der Urlaub auf dem Bauernhof soll weiter zu einem Ganzjahresangebot ausgebaut werden“, unterstrich Kienzl. 

Auch UaB-Betreiber müssen mehr für Winter werben
Gefordert sind aber auch die Urlaub auf dem Bauernhof-Betreiber selbst, sagte Hans J. Kienzl vor über 800 Besuchern. „Die Betriebe müssen sich mehr auf den Winter konzentrieren. Dazu gehört zum Beispiel eine gezielte Kommunikation. In Internet finden wir viele tolle Sommerbilder, aber nur wenige Winterbilder.“ Hinzu kommt, dass es besondere Angebote braucht. „Für den Wintergast spielt der Genuss eine große Rolle. Winterurlauber wünschen ein reichhaltiges Frühstück und hofeigene Produkte. Leider bieten das viele Betriebe noch nicht an.“

Anzusetzen ist auch bei den Zimmern und Wohnungen. „Eine tolle Unterkunft für den Sommer muss nicht unbedingt auch für den Winter passend sein. „Besonders im Winter braucht es eine heimelige Atmosphäre - durch die Verwendung von natürlichen Materialen, wie etwa Holz. Ideal ist, wenn ein Bauernofen und eine Badewanne vorhanden sind. Wichtig   sind auch warme Naturfarben, eine gute Beleuchtung und passende Dekoelemente“, berichteten die Innenarchitektin Synne Marienfeld und die Beraterin Britta Thunecke. Dadurch kann die Auslastung in der kalten Jahreszeit deutlich gesteigert werden. Weitere Tipps bekommen die UaB-Betreiber in einem eigens geschaffenen Seminar der Bauernbund-Weiterbildung mit dem Titel "UaB im Winter - die neue Sehnsucht".

„Roter Hahn“ ist Botschafter Südtirols
Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler und Landesrat Arnold Schuler lobten die Urlaub auf dem Bauernhof-Betreiber. „Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Vielmehr sind es dem Fleiß und Einsatz der Bäuerinnen und Bauern, ihrer Gastfreundschaft, der kontinuierlichen Weiterbildung, dem authentischen Angebot auf den Höfen und den hofeigenen Produkten zu verdanken, dass sich der Urlaub auf dem Bauernhof zu einer immer wichtigeren Nische entwickelt.“ Mittlerweile hat der UaB beim Umsatz die Weinwirtschaft überholt. Für Landesrat Arnold Schuler sind der „Urlaub auf dem Bauernhof und die Marke Roter Hahn mittlerweile zu einem wichtigen Botschafter Südtirols geworden.“

„Zeit für sich selbst nehmen“
Trotz der vielen Arbeit in der Landwirtschaft und in der Gästebetreuung dürften die Bäuerinnen und Bauern nicht vergessen, sich auch Zeit für sich selbst zu nehmen, appellierte der Bestsellerautor Robert Betz. „Nur wer auf sein Inneres hört und versucht, einen Ausgleich zwischen Arbeit und Erholung zu finden, wird am Ende glücklich sein.“ Wie sie ihre Gäste begeistern und glücklich machen, verrieten bei den Hofportraits Barbara Graf vom Weiher Hof in Natz-Schabs sowie Gusti und Hainz Hellweger vom Oberbinder in St. Lorenzen.

Siegfried Rinner, Hans J. Kienzl, Britta Thunecke und Synne Marienfeld, Leo Tiefenthaler, Arnold Schuler, Robert Betz sowie Moderatorin Valentina Thurner.

Siegfried Rinner, Hans J. Kienzl, Britta Thunecke und Synne Marienfeld, Leo Tiefenthaler, Arnold Schuler, Robert Betz sowie Moderatorin Valentina Thurner.