Bauernbund | 28.11.2014

Burggräfler Bauern hatten mit außergewöhnlichem Jahr zu kämpfen

Die ungewöhnliche Witterung und die Neuausrichtung der Agrarpolitik des Landes standen im Mittelpunkt des Bäuerinnen- und Bauerntages, der vom SBB-Bezirk Burggrafenamt in der Kellerei Meran Burggräfler organisiert wurde. Langjährigen Funktionären wurde das Ehrenzeichen in Silber des SBB verliehen.

Obmann Tiefenthaler, Direktor Rinner und Landesrat Schuler (ganz rechts) mit den Geehrten Willi Klotz, Josef Götsch, Johann Raffl, Burger, Oswald Zöschg und Johann Kofler.

Obmann Tiefenthaler, Direktor Rinner und Landesrat Schuler (ganz rechts) mit den Geehrten Willi Klotz, Josef Götsch, Johann Raffl, Burger, Oswald Zöschg und Johann Kofler.

Selbst ältere Bauern können sich nicht an ein solch schwieriges Erntejahr erinnern. Besonders die Berglandwirtschaft hatte mit den vielen Niederschlägen zu kämpfen. „Teilweise war es kaum möglich, das Heu trocken einzubringen. Nicht zufrieden sind die Bauern deshalb mit der Qualität und der Menge des Futters“, resümierte der Bauernbund-Bezirksobmann des Burggrafenamtes Bernhard Burger. Ein schwieriges Jahr haben auch die Weinbauern hinter sich. „Auch ihnen hat der viele Regen zugesetzt. Hinzu kam das verstärkte Auftreten der Kirschessigfliege.“ Besser erging es den Obstbauern. Qualität und Quantität können sich sehen lassen. „Lediglich der Preis ist derzeit alles andere als zufriedenstellend. Die hohe europäische Produktion belastet den Markt. Hinzu kommt das Importverbot der Russen. Die Auswirkungen sind auch bei unseren Genossenschaften spürbar.“ Ein Problem, mit dem die Bauern im Bezirk schon seit einigen Jahren kämpfen, ist der Besenwuchs. „Glücklicherweise war heuer die Verbreitung weniger stark. Wahrscheinlich macht sich die gewissenhafte Rodung der befallenen Pflanzen in den letzten Jahren positiv bemerkbar. Wir müssen aber weiterhin sehr achtsam sein. Zugleich hoffen wir, dass die Laimburg ihre Forschung intensiviert“, so Burger.

Der heurige Bäuerinnen- und Bauerntag war für Maria Haller der letzte als Burggräfler Bezirksbäuerin, da bei den Bäuerinnen Neuwahlen anstehen. Haller forderte die Politik auf, die Rahmenbedingungen für die Bergbauern weiterhin so zu gestalten, dass diese auch in  Zukunft auf ihren Höfen bleiben können. Enttäuscht war Haller von der oft nicht gerechtfertigten Kritik an der Landwirtschaft. „Die viele Arbeit und die Nebenleistungen, wie die Pflege der Landschaft als Grundlage für den Tourismus, werden häufig nicht anerkannt und stattdessen die Bäuerinnen und Bauern pauschal kritisiert.“ Landesobmann Leo Tiefenthaler blickte auf das heurige, von der UNO ausgerufene „Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe“ zurück und hob die große Bedeutung der Familienbetriebe für die Lebensmittelproduktion weltweit hervor. Wie wichtig es ist, die Kennzahlen des eigenen Betriebes im Auge zu behalten, um erfolgreich zu sein, darüber sprach Christian Gruber vom ROI-Team.

Landesrat Schuler stellt Neuausrichtung der Agrarpolitik vor
Gar einige Neuerungen warten in den nächsten Jahren auf die Bäuerinnen und Bauern. Die Forschung soll ausgebaut und die Wettbewerbsfähigkeit verbessert werden. Ein Anliegen des neuen Landesrates ist die Stärkung der regionalen Kreisläufe. Besonders in der Fleischproduktion sieht Schuler gute Chancen. Stärker als bisher soll die Landwirtschaft ökologisch ausgerichtet werden - auch durch gezielte Unterstützungsmaßnahmen. Und nicht zuletzt hat der Landesrat die Weiterentwicklung des ländlichen Raumes im Auge.

Langjährige Funktionäre geehrt
Auf den Bäuerinnen- und Bauerntag in Marling ehrte der Südtiroler Bauernbund sieben langjährige Ortsobmänner und Bezirksbauernräte mit dem Ehrenzeichen in Silber des SBB. Josef Götsch und Paul Laimer waren Ortsobmänner und zugleich im Bezirksbauernrat aktiv. Willi Klotz und Johann Kofler waren viele Jahre als Bezirksbauernräte tätig. Johann Raffl, Josef Weger und Oswald Zöschg waren lange Zeit als Ortsobmänner die ersten Ansprechpartner für die Bäuerinnen und Bauern vor Ort. Ihnen sprachen Landesobmann Leo Tiefenthaler, Bezirksobmann Bernhard Burger und SBB-Direktor Siegfried Rinner ihren Dank aus.