Politik | 19.12.2014

Diskussion über Wildschäden und Lafis-Bögen

Die in ganz Italien zunehmenden Wildschäden und die Zentralisierung der Betriebsbögen: Das waren am Mittwoch die wichtigsten Themen bei der Sitzung des Landwirtschaftsausschusses der Konferenz der Regionen und autonomen Provinzen in Rom. von LPA – Landespresseamt

Wildschäden treten im ganzen Staatsgebiet vermehrt auf.

Wildschäden treten im ganzen Staatsgebiet vermehrt auf.

Für Südtirol nahm Landesrat Arnold Schuler an der Sitzung teil. Zu den Wildschäden zählen einerseits die Schäden, die durch jagdbares Wild verursacht werden, und andererseits jene durch nicht jagdbares wie etwa Dachse: „Bezüglich der Schäden durch jagdbares Wild, die einen Abschussplan haben, besteht in Südtirol die Regelung, dass die Jäger grundsätzlich selber für die Schäden aufkommen müssen – auf staatlicher Ebene hingegen ist dies nicht geregelt“, erklärt Schuler. Zudem herrsche auf nationaler Ebene in Natur- und Nationalparks ein generelles Jagdverbot, in Südtirol hingegen ist eine bestimmte Regulierung möglich, weshalb sich die Schäden in Grenzen halten. „Das ansteigende Ausmaß der Schäden geht auf die steigende Anzahl der Paarhufer zurück, so sind etwa in anderen Regionen Italiens große Schäden durch Wildschweine zu verzeichnen, die über Nacht ganze Wiesen umgraben“, berichtet Schuler. Außerdem sei zu befürchten, dass durch die steigende Anzahl der Wildtiere mehr Krankheiten auf Haustiere übertragen werden. Diskutiert wurde im Ausschuss auch über den Umgang mit Bären und Wölfen.

Gegen geplante Zentralisierung der Lafis-Bögen

Ein weiteres Thema war die mögliche Zentralisierung der Betriebsbögen – hierzulande gemeinhin als „Lafis-Bögen“ bekannt. Bisher war jede Region oder Provinz selber zuständig für die Führung der Betriebsbögen, jetzt soll die Führung zentralisiert werden. Landesrat Schuler hält davon wenig: „Das wird zu einer Verkomplizierung der Abläufe führen. Auf staatlicher Ebene entsteht der Eindruck, dass die Verwaltung weit von den Bedürfnissen der Bauern und der Realität entfernt ist." Gemeinsam mit seinem Trentiner Amtskollegen Michele Dallapiccola und Tiberio Rabboni von der Region Emilia-Romagna setze er sich deshalb gegen diese Entwicklung ein.