Politik | 16.01.2015

Erster Runder Tisch für Landwirtschaft und Umwelt

Wichtige Anliegen von Landwirtschaft und Umwelt sollen künftig an einem gemeinsamen Tisch besprochen werden. Ein erster Gedankenaustausch mit Vertretern der Land- und Forstwirtschaft, des Natur- und Umweltschutzes und der Raumordnung fand kürzlich auf Einladung der Landesräte Theiner und Schuler statt. von LPA - Landespresseamt

Wichtige Anliegen gemeinsam besprechen wollen künftig Vertreter aus Land-, Forstwirtschaft, Natur- und Umweltschutz und Raumordnung./Foto LPA rm

Wichtige Anliegen gemeinsam besprechen wollen künftig Vertreter aus Land-, Forstwirtschaft, Natur- und Umweltschutz und Raumordnung./Foto LPA rm

"Wir wollen wichtige Themen gemeinsam besprechen, um Unstimmigkeiten von vornherein zu klären und Herausforderungen gemeinsam zu meistern ohne Polemiken zu schüren", sagte Umweltlandesrat Richard Theiner, der mit Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler kürzlich zum ersten "Runden Tisch"  von Interessensvertretern und Verwaltungsführungskräften aus Land- und Forstwirtschaft, des Natur- und Umweltschutzes und der Raumordnung geladen hatte. "Es geht darum, in einer gemeinsamen Diskussion einen Konsens über grundsätzliche Themen zu finden und zu einvernehmlichen Lösungen zu kommen", so Landesrat Schuler.

Alle Gesprächsteilnehmer äußerten sich positiv über die neue, gemeinsame Gesprächsplattform. So erklärte sich Andreas Riedl, Direktor des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz, bereit, aktiv mitzuwirken, vorausgesetzt der Dachverband werde vorab über die anstehenden Themen ausreichend informiert. Leo Tiefenthaler, Obmann des Südtiroler Bauernbundes, wies auf die fehlende Akzeptanz und die oft mangelnde Information über notwendige und sinnvolle Arbeiten in der Landwirtschaft hin. "Wir sollten, auch im Vergleich mit den Nachbarländern, Themen gemeinsam angehen und damit auch Polemiken vermeiden." Laut Siegfried Rinner, Direktor des Südtiroler Bauernbundes, sei ein gemeinsames Gespräch über wichtige Sachthemen, wie etwas Hagelnetze, die Ausbringung von Gülle, die Almerschließungen, sinnvoll, aber auch über aktuelle Themen wie die Ökologisierung der Landwirtschaft, wo es mehr Umweltbildung, Beratung und Kommunikation brauche.

Die Leiter der Landesabteilungen für Land- und Forstwirtschaft, Martin Pazeller und Paul Profanter, plädierten dafür, die Probleme mit Hausverstand und Logik anzugehen. Dafür sei von allen Seiten Kompromissbereitschaft und gegenseitige Wertschätzung notwendig. Und Anton Aschbacher, Leiter der Landesabteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung  sprach sich für ergebnisorientiertes Handeln aus, das besser durch gemeinsame Absprachen als Gebote und Verbote möglich sei. Peter Kasal, Direktor des Landesamtes für Landschaftsökologie, rief dazu auf, die freie Landschaft vor unkontrollierter Verbauung zu schützen und sich auf eine gemeinsame Vorgehensweise zu einigen.

Der Runde Tisch soll nun regelmäßig einberufen werden. Das nächste Treffen findet am 9. März statt, wo bereits konkrete Vorschläge zu Alm- und Walderschließungen, Gülleausbringung in Natura-2000-Gebieten und zur Verfahrensabwicklung im Stilfser Joch Nationalpark besprochen werden.