Internationales | 02.02.2015

Venezuela: Knappe Lebensmittel

In Venezuela hat die anhaltende Lebensmittelknappheit jetzt tausende Menschen zu Protesten gegen die Regierung auf die Straße gebracht. In der Hauptstadt Caracas versammelten sie sich zum „Marsch der leeren Töpfe“. von AgraEurope

Die Politik von Staatspräsident Nicolás Maduro sei Schuld daran, dass das Land eine immense Inflation erlebe und unter dem Mangel an Gütern einschließlich Lebensmitteln wie zum Beispiel Milch und Zucker leide, erklärten die Demonstranten. Maduro machte dagegen die Unternehmen für die Unterversorgung verantwortlich. Zwischenhändler insbesondere von Lebensmitteln und Hygieneprodukten hielten Ware zurück oder verkauften sie zu überhöhten Preisen auf dem Schwarzmarkt, erklärte der Präsident und drohte den Unternehmen mit einer stärkeren Verstaatlichung der Distribution.

Leere Regale in Supermärkten
Probleme in der Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs gibt es in Venezuela seit Anfang dieses Jahres. Laut Medienberichten bleiben viele Regale in den Supermärkten leer, und beim Einkauf bilden sich lange Warteschlangen. Auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen in Lebensmittelläden und zu Überfällen auf Transportfahrzeuge soll es gekommen sein. Venezuela steckt bereits seit längerem in einer tiefen Rezession. Im vorigen Jahr betrug die Inflationsrate in dem südamerikanischen Land laut Angaben der dortigen Zentralbank durchschnittlich 56 Prozent. Für 2015 wird eine Teuerungsrate von 60 Prozent erwartet. Gravierend auf die Finanzlage wirkt sich unter anderem der aktuell niedrige Ölpreis aus. Mehr als 90 Prozent der Deviseneinnahmen des Landes stammen aus dem Ölgeschäft.