Internationales | 05.02.2015

USA: Nachfrage nach GVO-freiem Saatgut steigt


In den USA könnte sich eine Trendwende ankündigen, was die Verwendung von gentechnisch verändertem (GV) Saatgut angeht. Einige Landwirte greifen angesichts niedriger Preise und gesunkener Profite zunehmend auf den Anbau nicht gentechnisch veränderter Pflanzen zurück. von AIZ

Immer mehr US-Farmer (im Bild eine Mais-Farm in Pennsylvania) sehen ihre Zukunft fern von GV-Saatgut. (Foto: flickr.com/jacqueline.poggi, CC-by-nc-nd)

Immer mehr US-Farmer (im Bild eine Mais-Farm in Pennsylvania) sehen ihre Zukunft fern von GV-Saatgut. (Foto: flickr.com/jacqueline.poggi, CC-by-nc-nd)

Zudem wollen auch immer mehr US-Verbraucher Lebensmittel kaufen, die keine gentechnisch veränderten Organismen (GVO) enthalten. Der Handel mit diesen Produkten ist im vergangenen Jahr um 15 Prozent gestiegen und damit einer der am schnellsten wachsenden Sektoren der US-Lebensmittelbranche. Auch einige Hersteller von abgepackten Lebensmitteln wie General Mills und Post Holdings springen auf den Zug auf und streichen GV-Zutaten aus ihren Produkten.

Lebensmittelhersteller bezahlen mehr für Getreide und Ölsaaten, die ohne GV-Saatgut produziert wurden, da das Angebot geringer ist und die Trennung von gentechnisch veränderten Saaten zusätzliche Kosten verursacht.

GVO sind im sogenannten Farm-Belt in den USA weit verbreitet. Die Nutzung ist seit der Einführung vor 19 Jahren deutlich angestiegen. 2014 wurde auf durchschnittlich 94 Prozent der gesamten Sojafläche GV-Soja angebaut. 2000 hatte diese Zahl noch bei 54 Prozent gelegen. Bei Mais ist der Anteil von GV-Pflanzen an der Gesamtanbaufläche von rund 25 Prozent im Jahr 2000 auf 93 Prozent im Jahr 2014 gesprungen.

Wirtschaftliche Beweggründe entscheidend für Richtungswechsel
Viele Farmer schwören auf GV-Saatgut, weil es höhere Erträge bringt und sich der Einsatz von Pestiziden damit unter Umständen reduzieren lässt. Auf der anderen Seite sind aber die Preise für Mais in den vergangenen zwei Jahren um rund 50 Prozent gefallen, die für Sojabohnen um rund 35 Prozent. Das lässt einige Farmer auf gentechnikfreies Saatgut zurückgreifen, um Kosten zu sparen und Gewinne zu erhalten. Viele begründen diesen Wechsel offen mit wirtschaftlichen Motiven und stehen dazu, nicht von der Anti-GVO-Bewegung überzeugt zu sein. Diese hat vor allem in den letzten zwei Jahren in den USA Zuwachs bekommen.