Verein Freiwillige Arbeitseinsätze | 28.04.2015

So viele Freiwillige wie noch nie

2400 Freiwillige haben im letzten Jahr über 21.200 Tage auf extremen Südtiroler Bauernhöfen mitgeholfen. Diese Rekordzahlen hat der Verein Freiwillige Arbeitseinsätze (VFA) auf seiner Jahresvollversammlung bekanntgegeben. Und auch die finanzielle Situation hat sich gebessert.

VFA-Koordinatorin Monika Thaler und Obmann Georg Mayr (v.l.) blickten auf ein arbeitsreiches Jahr zurück.

VFA-Koordinatorin Monika Thaler und Obmann Georg Mayr (v.l.) blickten auf ein arbeitsreiches Jahr zurück.

Die große Hilfsbereitschaft für Familien auf extremen Bergbauernhöfen ging auch im letzten Jahr weiter. VFA-Obmann Georg Mayr berichtete zufrieden: „Mit über 2400 Freiwilligen waren so viele wie noch nie auf den Höfen. Sie halfen im Stall, auf den Feldern oder bei der Kinder- und Altenbetreuung mit.“
Die Höfe wie auch die Freiwilligen würden sehr genau ausgewählt, damit wirklich nur jene Familien Helfer bekommen, die sie dringend brauchen, und Helfer sowie Bauernfamilien zusammenpassen. Theresia Larcher, die einen extremen Hof in Schalders bewirtschaftet, hat bisher jedenfalls nur gute Erfahrungen mit den Freiwilligen gemacht: „In den letzten neun Jahren waren etwa 50 Freiwillige auf meinem Hof. Nicht ein einziger war darunter, den ich nicht jederzeit wieder am Hof willkommen heißen würde.“

Großteil der Helfer aus Deutschland
Der Großteil der Helfer stammt nach wie vor aus Deutschland – wohl auch wegen der tollen Medienberichterstattung werden viele Deutsche auf den Verein aufmerksam. „Etwa 14 Prozent der Helfer stammen aus Südtirol, worüber ich mich besonders freue. Das zeigt die große Solidarität der Südtiroler mit ihren Bergbauern“, betonte Mayr. Erfreulich ist auch, dass etwa 32,1 Prozent der Helfer jünger als 35 Jahre sind. „Den größten Anteil machen aber die berufstätigen Helfer aus. Wenn ich mir etwas wünsche dürfte, dann, dass noch mehr Pensionisten unseren Bergbauern unter die Arme greifen würden“, unterstrich Mayr. Mit je etwa 50 Prozent sind Männer und Frauen gleich oft bei einem Arbeitseinsatz.

Finanzielle Lage hat sich leicht gebessert
Auf der Vollversammlung im letzten Jahr war die finanzielle Situation des Vereins ein großes Thema. Diese hat sich laut Obmann Mayr deutlich gebessert: „Da wir über keine Einnahmen verfügen, sind wir auf die öffentliche Hand, die Trägerorganisationen und Sponsoren angewiesen.“ Etwa 21 Prozent des Budgets steuert das Land (Amt für Senioren und Soziales, Amt für Kabinettsangelegenheiten) bei, fast das Doppelte die Trägerorganisationen Südtiroler Bauernbund, Caritas, Südtiroler Jugendring und die Lebenshilfe. „Der Rest kommt von Privaten und Sponsoren. Vor allem die Despar-Aspiag-Gruppe hat uns im letzten Jahr großzügig unterstützt. Für jede mit den VFA-Logo gekennzeichnete Einkaufstasche, die verkauft wurde, haben wir 0,02 Cent erhalten. Daher gilt unser Dank besonders der Despar“, erklärte Mayr. Seit zwei Jahren hat auch die Etschwerke Trading den Verein unterstützt. Schon länger Partner des VFA sind hingegen die Stiftung Sparkasse, die Raiffeisenkasse Bozen, die Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern und die Bezirksgemeinschaft Überetsch-Unterland.

Besuch beim Papst
Ein großer Höhepunkt war eine Generalaudienz bei Papst Franziskus, die die Despar-Aspiag-Gruppe ermöglicht hatte. Sie hatte die Führungsriege des Vereins Freiwillige Arbeitseinsätze und und Schülerinnen eines Mädchen-Gymnasiums in Bayern dazu eingeladen – sozusagen als Belohnung dafür, dass bereits mehrere Mädchengruppen einen Arbeitseinsatz auf Südtiroler Bergbauernhöfen geleistet hatten. Ein besonderes Erlebnis war, dass der Papst ein Geschenk persönlich entgegen nahm: Die Despar-Aspiag-Gruppe hatte einen LKW voller Lebensmittel im Wert von 10.000 Euro gespendet, die der Papst in Rom an bedürftige Flüchtlinge verteilen lässt.

Gemütlicher Start 2015
Das heurige Jahr ist etwas gemütlicher angelaufen, erklärte VFA-Koordinatorin Monika Thaler:. „Die Zahl der Freiwilligen ist bis Mitte Mai leicht zurückgegangen. Bis zum Jahresende werden aber wohl wieder in etwa gleich viele Helfer wie 2014 auf einem Bauernhof gewesen sein. Sie helfen mit, damit extreme Höfe auch in Zukunft bewirtschaftet werden können.“