Energie, Bauernbund | 09.06.2015

Mehr heimisches Holz für Fernheizwerke

Der Südtiroler Bauernbund (SBB) und der Südtiroler Energieverband (SEV) haben einen neuen Biomasse-Rahmenvertrag unterzeichnet. Damit soll die Nutzung von heimischem Holz in den Fernheizwerken weiter forciert werden. von Michael Deltedesco

Mit dem Biomasse-Rahmenvertrag werden die Rahmenbedingungen für lokale Lieferverträge bis Mai 2018 festgelegt. Sie sehen u. a. eine Abnahmegarantie für heimisches Holz, klare Anlieferkriterien und Mindestpreise vor. (Foto: TIS/A.Filz)

Mit dem Biomasse-Rahmenvertrag werden die Rahmenbedingungen für lokale Lieferverträge bis Mai 2018 festgelegt. Sie sehen u. a. eine Abnahmegarantie für heimisches Holz, klare Anlieferkriterien und Mindestpreise vor. (Foto: TIS/A.Filz)

Für die heimischen Waldbesitzer bedeutet der Rahmenvertrag eine sichere Abnahme des Holzes. Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler erklärt: „Die Fernheizwerke, die dem SEV angeschlossen sind, verpflichten sich, das gesamte Hackgut aus heimischen Privatwäldern oder aus Wälder im Besitz von öffentlichen oder privaten Körperschaften, zu übernehmen.“ Die Waldbesitzer müssten dazu nur Mitglied im Südtiroler Bauernbund sein.

Zudem wird im Abkommen ein Mindestpreis fixiert: Für Rundholz sind 47 Euro ohne Mehrwertsteuer pro Festmeter franco Fernheizwerk zu bezahlen, für Hackschnitzel 22 Euro pro Schüttraummeter.  

Grundlage für lokale Lieferverträge  
Doch auch die Fernheizwerke profitieren vom Abkommen, das als Grundlage für viele lokale Lieferverträge gedacht ist. Für sie sind die klaren Lieferbedingungen interessant. Das angelieferte Hackgut muss unter anderem frei von Nadeln und Reisig sein und eine Holzfeuchtigkeit von unter 35 Prozent aufweisen. Erlaubt ist eine maximale Größe von 80 Millimeter. Das Rundholz muss ebenfalls ohne Nadeln und Reisig geliefert werden. Mit dem Rahmenvertrag soll die Verwendung von Waldhackgut aus Südtirol weiter ausgebaut werden. „Damit wird ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet, weil die Biomasse nur über sehr kurze Wege transportiert wird. Und nicht zuletzt bleibt dank der lokalen Kreisläufe die Wertschöpfung im Land“, fasste Tiefenthaler zusammen. Auch soll das Abkommen einen Anreiz zur Waldpflege bieten. Landesrat Arnold Schuler unterstrich: „Nur eine aktive Waldbehandlung sichert die eminent wichtige Schutzwirkung des Waldes. Weil diese Entnahme in Südtirol auf nachhaltigen Grundprinzipien erfolgt, trägt auch die Verwendung von heimischem Holz zu Energiezwecken indirekt zur Aufrechterhaltung des Schutzwaldes bei.“  

Bereits drittes Abkommen
In den Fernheizwerken zeigen die Biomasse-Abkommen Wirkung, wie Hanspeter Fuchs, Präsident des Südtiroler Energieverbandes (SEV), berichtete: „Die Menge an verheiztem Holz aus heimischen Wäldern steigt seit Jahren. Und die Tendenz hält an. 308.000 Schüttraummeter waren es in der Heizsaison 2013/14, das sind 22 Prozent der gesamten in den Südtiroler Fernheizwerken verbrauchten Holzmenge.“ Eigentlich sei der Anteil an heimischem Holz noch höher, weil auch jenes aus den Südtiroler Sägewerken dazu kommt. „Dort aber ist der Anteil heimischen Holzes nicht leicht quantifizierbar“, erklärte Fuchs. Neben den Projektträgern Südtiroler Bauernbund und Südtiroler Energieverband unterstützen den Rahmenvertrag die Genossenschaft Südtiroler Sägewerker, die Südtiroler Agrar-Maschinenringservice GmbH und die Landesabteilung Forstwirtschaft.