Internationales | 19.06.2015

Massenproteste gegen Nicaragua-Kanal

Mit dem Bau des Nicaragua-Kanals müssten rund 30.000 Bauern und Ureinwohner in Nicaragua umgesiedelt werden. Südöstlich der Hauptstadt Managua haben vor einigen Wochen Tausende Bauern dagegen protestiert. von lid

Tausende Bauern in Nicaragua wehren sich gegen eine Zwangsumsiedlung. (Foto: Jorge Mejia Peralta)

Tausende Bauern in Nicaragua wehren sich gegen eine Zwangsumsiedlung. (Foto: Jorge Mejia Peralta)

Rund 15.000 Menschen demonstrierten Anfang Juni in Juigalpa, Nicaragua gegen das größte Bauprojekt in Lateinamerika, schreibt die Nachrichtenagentur SDA. Im Dezember vergangenen Jahres fiel bereits der Startschuss für das Projekt. Bis 2019 sollte es vollendet sein: 278 Kilometer lang, 30 Meter tief und für Schiffe mit einem Gewicht von bis zu 400.000 Tonnen – so der Plan der chinesischen Betreibergesellschaft HKND.
Der Nicaragua-Kanal, eine Verbindung zwischen dem Pazifik und der Karibik, soll als Abkürzung quer durch den mittelamerikanischen Teilkontinent genutzt werden. Fertiggestellt stünde er in Konkurrenz zum Panama-Kanal.  

Durch das 50-Millionen-Dollar-Projekt würden Schätzungen zufolge rund 30.000 Bauern und Ureinwohner ihre Ländereien verlieren. Nicaraguas Präsident Daniel Ortega aber rechnet mit zahlreichen neuen Arbeitsplätzen in dem von Armut geprägten Land. Umweltschützer fürchten eine Verunreinigung von Trinkwasser, denn der Kanal führt gut hundert Kilometer durch den Nicaraguasee. Er ist das größte Süßwasserreservoir Zentralamerikas.

Photo Credit: jorgemejia via Compfight cc