Internationales | 19.06.2015

Mehr Fördergelder für Brasilianer

Brasilien setzt auf die Weiterentwicklung seiner Landwirtschaft und wird dem Sektor 2015/16 deutlich mehr Fördergelder zur Verfügung stellen. von AgraEurope

Vor allem die Nutzung moderner Technologien will die brasilianische Regierung mit ihrer Förderoffensive vorantreiben.

Vor allem die Nutzung moderner Technologien will die brasilianische Regierung mit ihrer Förderoffensive vorantreiben.

Wie aus dem Anfang des Monats von Präsidentin Dilma Rousseff und Landwirtschaftsministerin Katia Abreu vorgestellten Landwirtschaftsplan für 2015/16 hervorgeht, will Brasília den heimischen Agrarunternehmen in diesem Zeitraum mit staatlichen Agrarförderkrediten von umgerechnet 53 Milliarden Euro unter die Arme greifen – das wären 20 Prozent mehr als 2014/15. Der Großteil der Gelder soll für die Finanzierung von Betriebsmitteln und die Vermarktung eingesetzt werden. Weitere zehn Milliarden Euro sind für die Investitionsförderung vorgesehen. Allerdings müssen sich die Landwirte auf höhere Zinsen für die Förderkredite einstellen. Diese sollen 2015/16 gegenüber dem Vorjahr um 2,25 Prozentpunkte auf 8,75 Prozent angehoben werden. 

Moderne Technologien intensiver nutzen
Als Hauptziele der Förderung werden in dem Plan unter anderem die Stärkung mittlerer Betriebe und eine intensivere Nutzung moderner Technologien genannt. Damit wolle man dazu beitragen, die Ernten zu steigern sowie die Fleisch- und Milcherzeugung zu erhöhen, hieß es. Rousseff betonte die große Bedeutung der Agrarwirtschaft für Brasilien. Investitionen in die Branche schafften „mehr Lebensmittel, mehr Exporte, mehr Arbeitsplätze und Reichtum für das ganze Land“, unterstrich die Staatspräsidentin. 

Bauernverband positiv überrascht
Der brasilianische Bauernverband CNA zeigte sich positiv überrascht darüber, dass die Förderung in diesem großen Umfang ausgebaut werden soll. Damit werde die Fortsetzung der landwirtschaftlichen Produktion gewährleistet. Kritik übte der CNA einzig an der Steigerung des durchschnittlichen Zinssatzes für die Förderkredite. Damit würden die Produktionskosten für die Landwirte steigen, obwohl diese bereits unter höheren Kosten unter anderem für Diesel, Strom und Arbeitskräfte litten.