Arbeitsberatung | 23.07.2015

Die Arbeits- und Ruhezeitenregelung

Bei der Beschäftigung von Erntehelfern gilt es, die Regeln zur Arbeitszeit zu beachten. Gesetzliche Bestimmungen und Kollektivvertrag geben den Rahmen dafür vor. Der „Südtiroler Landwirt“ bringt die wichtigsten Regeln im Überblick.

Die normale wöchentliche Arbeitszeit für Erntehelfer beträgt 39 Stunden. Diese Stunden werden mit dem Stundenlohn ohne Aufschläge bezahlt.
Der Kollektivvertrag sieht aber die Möglichkeit vor, die normale wöchentliche Arbeitszeit von 39 Stunden auf 44 pro Woche zu erhöhen. Die Stunden zwischen der 40. und der 44. Stunde pro Woche werden zum Ausgleich für diese Mehrarbeit in anderen Wochen weniger gearbeitet.

Überstunden
Als Überstunden bezeichnet man jene Stunden, welche die normale wöchentliche Arbeitszeit überschreiten. Sie werden mit einem Aufschlag ausbezahlt.
Pro Woche dürfen von einem Erntehelfer ab diesem Jahr nicht mehr als 18 Überstunden geleistet werden. Das ist eine neue Regelung, denn bisher durften es nicht mehr als 12 Stunden pro Woche sein, die als Überstunden geleistet werden.
Es ist unglaubwürdig, dass während der Erntezeit von den Arbeitern keine oder nur sehr wenige Überstunden geleistet werden. Dies könnte bei eventuellen Streitigkeiten in Betracht gezogen werden. Aus diesem Grund müssen die Überstunden auf jeden Fall angegeben werden.

Höchstarbeitszeit pro Woche
Pro Woche darf der Arbeiter maximal 48 Stunden arbeiten. Allerdings sind diese 48 Stunden als Durchschnittswert über einen Zeitraum von sechs Monaten zu verstehen. Das bedeutet, dass der Arbeiter in einigen Wochen mehr als 48 Stunden arbeiten kann, in anderen Wochen jedoch weniger arbeiten muss. Unter Berücksichtigung der Höchstanzahl an Überstunden von 18 Stunden pro Woche beträgt die absolute Höchstarbeitszeit pro Woche:
a) 48 Stunden (bei normaler wöchentlicher Arbeitszeit ohne Zeitausgleich, also
39 + 9);
b) 62 Stunden (bei normaler wöchentlicher Arbeitszeit mit Zeitausgleich, also
44 + 18).
Im Durchschnitt müssen jedoch immer die 48 Stunden eingehalten werden. Es ist deshalb ratsam, dass die Arbeiter für den Ausgleich der Überstunden etwas länger gemeldet bleiben.  

Tägliche Ruhezeit und Ruhepausen
Jeder Arbeitnehmer hat das Recht, in einem Zeitraum von 24 Stunden eine tägliche Ruhezeit von mindestens elf aufeinanderfolgenden Stunden zu genießen.
Wenn die tägliche Arbeitszeit mehr als sechs durchgehende Stunden beträgt, so hat der Arbeiter das Anrecht auf zehn Minuten Pause. Diese Pause ist allerdings nicht zu bezahlen.

Wöchentlicher Ruhetag
Der Arbeitnehmer muss im Laufe einer Woche mindestens einen Ruhetag einhalten, das heißt eine Pause von mindestens 24 aufeinanderfolgenden Stunden. Wenn möglich, sollte dieser Ruhetag am Sonntag gewährt werden, im Bedarfsfall kann er aber auch an einem anderen Tag gewährt werden. Minderjährige Arbeiter müssen den Ruhetag auf jeden Fall am Sonntag einhalten.
Sofern die täglichen Ruhezeiten eingehalten werden, kann der Ruhetag auch als Durchschnittswert in 14 Tagen genossen werden. Das bedeutet, dass in diesem Fall alle 14 Tage zwei volle Tage arbeitsfrei sein müssen. Demzufolge kann maximal 12 Tage lang ununterbrochen gearbeitet werden. Anschließend müssen zwei aufeinanderfolgende Ruhetage gewährt werden.
Ein Verzicht auf Einhaltung des wöchentlichen Ruhetages von Seiten des Arbeitnehmers ist nicht möglich und befreit den Arbeitgeber nicht vor der Strafe.