Arbeitsberatung | 23.07.2015

Mit Wertgutscheinen anstellen

Während der Ernte ist das Anstellen von Arbeitern über Wertgutscheine gängig. Neben Pensionisten und Studenten können so auch Bezieher von Arbeitslosenzahlungen beschäftigt werden. Seit heuer gelten dafür neue Einkommensgrenzen.

Das Bezahlen der Erntehelfer über Wertgutscheine (so genannte Voucher) ist in der Landwirtschaft bereits seit mehreren Jahren möglich. Es handelt sich dabei um eine einfache Beschäftigungsform für kleine bzw. gelegentliche Zusatztätigkeiten.
Wen mit Vouchern beschäftigen?
In der Landwirtschaft können Studenten und Pensionisten für saisonale Tätigkeiten, wie die Ernte, mit Wertgutscheinen bezahlt werden.  
Unter Studenten versteht man Personen, welche zwischen 16 und 25 Jahre alt sind (ab dem 25. Geburtstag ist keine Beschäftigung mehr möglich) und in einer Schule, Universität oder anderen Bildungseinrichtungen eingeschrieben sind. Als Pensionisten zählen Bezieher von Renten jeder Art.
Neu ist: Seit 25. Juni dürfen auch Bezieher von Arbeitslosenzahlungen, Mobilitätsgeld usw. wieder mit Voucher bezahlt werden. Sie müssen allerdings eine effektive Arbeitslosenzahlung erhalten, es genügt nicht, dass sie nur ohne Arbeit sind.

Einkommensgrenzen
Eine weitere Neuerung ist, dass die Einkommensgrenze bei Vouchern in der Landwirtschaft auf 7000 Euro angehoben wurde. Bisher lag die Grenze bei 5060 Euro. Für die Bezieher von Arbeitslosenzahlungen liegt die Grenze bei 3000 Euro. Dieses Limit ist auf den Arbeiter bezogen.
Wird die Einkommensgrenze von 7000 Euro überschritten, darf nicht mehr über Voucher gearbeitet werden. Die Anstellung über Wertgutscheine wurde vom Gesetzgeber für kleine bzw. gelegentliche Zusatztätigkeiten eingeführt. Diese Einstufung wird vor allem durch die Einkommensgrenze definiert. Bei Verletzung dieser Einkommensgrenze ist mit Strafen und mit der Umwandlung in ein Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit zu rechnen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, vom Arbeiter eine Erklärung einzuholen, mit der er bestätigt, dass diese Grenze nicht überschritten wird.

Voucher sind stundenbezogen
Voucher sind stundenbezogen. Das heißt, dass dem Arbeiter ein gewisser Betrag pro Stunde bezahlt werden muss. In der Landwirtschaft muss dem Arbeiter der kollektivvertraglich vorgesehene Bruttolohn der entsprechenden Tätigkeit bezahlt werden. Dieser beträgt bei Erntehelfern aktuell 6,99 Euro. In allen anderen Sektoren ist der Stundenwert mit zehn Euro brutto definiert worden.

Praktischer Ablauf
Es gibt weiterhin die bisher bekannten Arten von Wertgutscheinen. Für die Landwirtschaft sind Voucher, die über die Tabaktrafik angekauft werden, zu empfehlen. Dafür muss der Voucher einige Tage vor Arbeitsbeginn bei einer autorisierten Tabaktrafik angekauft werden.
Anschließend muss er über die Internetseite des NISF/INPS aktiviert werden. Damit wird der Versicherungschutz aktiviert und beweist gleichzeitig, dass nicht schwarz gearbeitet wird.
Die Voucher aus der Tabaktrafik haben eine Gültigkeit von einem Jahr ab Ankauf.

Einschränkungen
Für gefährliche Tätigkeiten ist die Anstellung über Voucher nicht geeignet. Außerdem dürfen Arbeiter, die mittels Voucher bezahlt werden, nicht für Dritte arbeiten.