Produktion | 29.09.2015

Sehr gute Regiokorn-Ernte

Die vierte Getreideernte im Rahmen des Projekts „Regiokorn“ ist abgeschlossen. Die vielen Gewitter und der heiße Sommer haben der Qualität des Getreides nicht geschadet.

Mit der Ernte können die Regiokorn-Bauern in diesem Jahr sehr zufrieden sein. (Foto: EOS/Frieder Blickle)

Mit der Ernte können die Regiokorn-Bauern in diesem Jahr sehr zufrieden sein. (Foto: EOS/Frieder Blickle)

Der diesjährige Sommer hatte es in sich, das bekamen auch die Getreidebauern zu spüren. Das weiß auch Hannes Klocker vom Beratungsring Berglandwirtschaft (BRING): „Durch die heftigen Gewitter dieses Sommers wurden die Ähren geknickt, dank der hohen Temperaturen und der langen Schönwetterperiode konnte das Korn aber trotzdem abreifen. Doch die Hitze habe auch ihr Gutes: An den heißen Tagen sei das Getreide sehr rasch gereift, wodurch die Qualität durchwegs sehr gut sei.

Erntemenge etwas geringer als 2014
Die genauen Zahlen liegen noch nicht vor, jedoch können bereits ziemlich genaue Schätzungen zur voraussichtlichen Erntemenge abgegeben werden. Insgesamt sind ca. 291 Tonnen zu erwarten: 102 Tonnen entfallen auf Bio-Roggen, 108 Tonnen auf Roggenkorn, 43 Tonnen sind Bio-Dinkel und 38 Tonnen konventionelles Dinkelkorn. Damit wäre die Erntemenge etwas geringer als im Vorjahr, in dem 310 Tonnen ins Lager gingen. Gleichzeitig ist aber der Anteil an biologisch angebautem Getreide im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.
Vor vier Jahren wurde das Projekt Regiokorn vom TIS innovation park zusammen mit dem Südtiroler Bauernbund, dem Versuchszentrum Laimburg, der EOS – Export Organisation Südtirol und der Bäckerinnung im hds initiiert. Heute sind 66 Südtiroler Bauern, 46 Südtiroler Bäcker und die Meraner Mühle daran beteiligt.

Getreideanbau ist interessanter Nebenerwerb
Das Ziel des Projektes ist es, den früher in Südtirol stark verbreiteten Getreideanbau wiederzubeleben, die traditionelle Zusammenarbeit zwischen Bauer, Müller und Bäcker wieder aufzubauen sowie die Vielfalt der Kulturlandschaft durch die goldgelben Kornfelder zu erhalten. Da die Nachfrage nach lokalen Produkten ständig steigt, ist der Anbau von Getreide in der Berglandwirtschaft ein interessanter Nebenerwerb. Brot und Gebäck aus einheimischem Getreide dürfen das Qualitätszeichen Südtirol tragen und sind frei von chemischen Zusätzen, Geschmacksverstärkern und Konservierungsstoffen. Aktuell haben 46 Südtiroler Bäckereien Brot mit Qualitätszeichen in ihrem Sortiment, darunter auch typische Brotsorten wie Pusterer Breatlen, Vinschgerlen oder Schüttelbrot.