Marketing | 21.10.2015

Gästen noch mehr Genuss bieten

Ein- und Zwei-Blumenbetriebe weiterentwickeln, den Urlaub auf dem Bauernhof im Winter attraktiver gestalten und den Genuss am Bauernhof mit besonderen Angeboten ausbauen, dies sind die Herausforderungen der nächsten Jahre. Besonders in hofeigenen Produkten steckt noch viel Potential, hieß es auf der 15. Fachtagung für Urlaub auf dem Bauernhof in Südtirol.

Im Wintertourismus liegt noch viel Potential. Was derzeit aber auf vielen Höfen fehlt, sind entsprechende Angebote für Wintergäste.

Im Wintertourismus liegt noch viel Potential. Was derzeit aber auf vielen Höfen fehlt, sind entsprechende Angebote für Wintergäste.

Knapp 2,4 Millionen Nächtigungen wird es heuer bis Jahresende auf einem der über 2.500 Bauernhöfen gegeben haben. „Das entspricht über 8 Prozent der gesamten Nächtigungen“, freute sich Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler auf der Fachtagung heute in der Messe Bozen. Für viele der bäuerlichen Familien ist der Urlaub auf dem Bauernhof mittlerweile zu einem wichtigen Nebeneinkommen geworden. „In vielen Fällen sichert der Urlaub auf den Bauernhof die Weiterbewirtschaftung der Höfe und damit eine flächendeckende Landwirtschaft und den Erhalt der Kulturlandschaft im Ländlichen Raum.“ Von einer vierten Säule – neben Obstwirtschaft, Milchwirtschaft und Weinbau – sprach Landesrat Arnold Schuler. Für Schuler sei der UaB eine wichtige Ergänzung des touristischen Angebots und keine Konkurrenz. „Urlaub auf dem Bauernhof spricht eine ganz bestimmte Zielgruppe an, die sonst wohl nicht nach Südtirol kommen würde.“

Winterurlaub stärker bewerben
Um die Erfolgsgeschichte des Urlaubs auf dem Bauernhof auch in Zukunft weiterzuschreiben, hob   Hans J. Kienzl, der Leiter der Abteilung Marketing im SBB, drei Schwerpunkte für die nächsten hervor, wie etwa die Stärkung des Urlaubs auf dem Bauernhof im Winter. „Im Wintertourismus liegt noch viel Potential. Was derzeit aber auf vielen Höfen fehlt, sind entsprechende Angebote für Wintergäste. Zudem wird der Winterurlaub auf den Internetseiten der Betriebe zu wenig beworben.“ Was sich Wintergäste noch erwarten, ist ein Frühstücksangebot, was derzeit nur ein Teil der Betriebe anbieten.
Verstärkt unterstützen möchte der Südtiroler Bauernbund die Ein- und Zwei-Blumenbetriebe, die zunehmenden weniger gebucht werden. „Viele Betriebe besitzen gute Voraussetzungen für drei oder sogar vier Blumen. Um diese Betriebe müssen wir uns besonders kümmern, speziell mit gezielter Beratung. Ansonsten werde die Auslastung weiter zurückgehen und Betriebe aufgeben“, sagte Kienzl.

Genuss am Bauernhof
Der Trend zu Regionalität und Nachhaltigkeit sei für den Urlaub auf dem Bauernhof eine Riesenchance, war Kienzl überzeugt. „Gäste buchen Bauernhöfe nicht nur wegen der komfortablen Zimmer und Wohnungen, sondern gerade wegen der hofeigenen Produkte. Neben Hofläden oder Produktecken muss vor allem das Frühstücksangebot weiter ausgebaut werden. Derzeit bieten nur vier von zehn Höfen ein Frühstück an.“ Was Gäste sich vom Frühstück am Bauernhof erwarten, darüber sprach Karin Kaufmann, die in Vorarlberg die „Kochschule Kaufmann“ führt und ausschließlich Produkte der Region verwendet. „Gäste sollen zwischen einem Frühstückskorb und einem Frühstück in der Stube auswählen können. Sie wünschen sich Produkte vom Hof oder von Höfen aus der Umgebung. Dabei muss die Auswahl nicht riesengroß sein. So reichen z. B. ein bis zwei verschiedene Marmeladen vollkommen aus.“ Auf den Tisch soll nur was kommen, was es in der Region gibt. „Es braucht keinen Orangensaft, Apfelsaft oder ein andere Fruchtsaft tun es auch.“
Wie man es richtig macht, das zeigten Sabine und Andreas Gatscher vom Hof Hochbrunner in Terlan sowie Anna und Alois Berger vom Hof Unterschweig in Ulten. Sie gaben Einblicke in ihren UaB-Betrieb. Der Hof Hochbrunner ist ein moderner Obst- und Weinbauhof, samt Urlaub auf dem Bauernhof und hofeigenen Produkten. Der Hof Unterschweig ist ein historischer Bio-Viehwirtschaftsbetrieb, der ebenfalls neben dem Frühstück viele Produkte vom Hof im Hofladen anbietet.

Mit Bildern Emotionen wecken
„Hier möchte ich jetzt gerne sein“: Das sollten sich Gäste denken, die die Internetauftritte der Bauernhöfe anklicken. Vor allem sollten die Bilder für Urlaub, den Bauernhof oder für Südtirol stehen. Viele Bilder vermitteln dieses Gefühl nicht, hat Hannes Knollseisen, seit 10 Jahren für die Bildsprache beim Roten Hahn zuständig, erklärt. Zudem seien selten hofeigene Produkte oder die Arbeiten der Bäuerinnen und Bauern am Hof zu sehen. Auch die Höfe selbst seien oft unzureichend dargestellt. „Dadurch gehen potentielle Gäste verloren. Daher sollten alle UaB-Betreiber ihre Bilder checken und eventuell neue machen lassen.“
Nicht um Bilder, sondern um Geistliches und Geistiges ging es beim Steyler Missionar Pater Sepp Hollweck. Er ging der Frage nach dem Verhältnis zwischen Mensch und Erde nach.