Innovation, Bauernbund | 10.11.2015

Mut haben zur Innovation

Sie suchen neue Pfade und gehen voller Mut, Fleiß und Begeisterung eigene Wege. Auf der Agrialp-Aktionsbühne des Südtiroler Bauernbundes lieferten kreative und innovative Bauern gemeinsam mit Innovationsexperten Denkanstöße für Innovationen in der Landwirtschaft.

Diskutierten auf der Agrialp-Bühne über Chancen und Stolpersteine für innovative bäuerliche Produkte: (v. l.): Robert Thurner, Wolfgang Hiesmayr, Siegfried Pöchtrager, Lukas Unterhofer, Simon Waldthaler und Simon Werth.

Diskutierten auf der Agrialp-Bühne über Chancen und Stolpersteine für innovative bäuerliche Produkte: (v. l.): Robert Thurner, Wolfgang Hiesmayr, Siegfried Pöchtrager, Lukas Unterhofer, Simon Waldthaler und Simon Werth.

Wolfgang Hiesmayr brachte es auf den Punkt: „Als Bauer stehe ich mit all meiner Kraft und Begeisterung hinter meinem Produkt, das ist das wichtigste Signal an den Kunden.“ Er hat seinen Ackerbaubetrieb in Hofkirchen in Oberösterreich um eine Fischzucht erweitert. Forellen, Saiblinge und Karpfen werden in den Teichen am Hof gezüchtet. Die auch zu Räucherfisch und Fischaufstrichen verarbeiteten Speisefische finden begeisterte Abnehmer. Hiesmayr riet den Anwesenden, stets das Ohr am Kunden zu haben: „Dadurch habe ich viele wertvolle Anregungen bekommen, die meine Produkte verbessert und mir neue Möglichkeiten aufgezeigt haben.“
 
Discounter kein Platz für bäuerliche Feinkost
Robert Thurner blickte zurück: „Ich habe nicht viel gedacht, sondern einfach gemacht.“. Auf dem kleinen und steil gelegenen Afingsbruckhof im Sarntal baut er auf wenigen tausend Metern über 500 Obst- und Gemüseraritäten an und verarbeitet sie zu Fruchtaufstrichen, eingelegtem Gemüse, Soßen und Pesti. „Die Leute suchen hochwertige und besondere Produkte. Dazu ist es wichtig zu überlegen, wo ich meine Produkte verkaufe, denn für bäuerliche Feinkost ist zum Beispiel der Discounter der falsche Ort.“
Etwas Neues machen, was andere nicht machen, war auch der Ansporn der beiden Eppaner Jungbauern Simon Werth und Simon Waldthaler. Vor drei Jahren haben sie mit dem Anbau der exotischen Frucht „Asimina“ begonnen. Die Frucht aus Kentucky schmeckt nach Mango, Papaya und Vanille und ist reich an Vitaminen. Mit ihrem „Asimina“-Fruchtsaft wollen die Jungbauern nun auf den Südtiroler Markt gehen.
 
Regionalität wichtiges Verkaufsargument
Siegfried Pöchtrager, Professor für Marketing und Innovation an der Universität für Bodenkultur in Wien, unterstrich, dass die regionale Produktion ein gewichtiges Verkaufsargument sei: „Das steigert die Chancen der bäuerlichen Kleinbetriebe, innovative Produkte erfolgreich umzusetzen und so eine höhere Wertschöpfung zu generieren und neue Zukunftsaussichten zu eröffnen.“ Der Innovationsexperte führte einige Voraussetzung für die erfolgreiche Produktentwicklung näher aus, darunter das Wissen um die Kundenwünsche, den besonderen Kundennutzen und die professionelle Markteinführung.

Idee ohne Vorbereitung führt selten zum Ziel
Ein Fazit der Podiumsdiskussion: Ohne Vorbereitung mit einer neuen Idee zu starten, führt selten zum Ziel. Es gilt zunächst, die Idee genau zu beschreiben und auch die notwendigen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zu klären, wie Lukas Unterhofer vom Innovationsschalter im Südtiroler Bauernbund erklärte: „Am Ende muss das Konzept stimmig sein und der Produzent, also der Bauer selbst, zu hundert Prozent davon überzeugt sein.“
 
Zur Unterstützung der Bauern bietet der Innovationsschalter Beratungen sowie Innovationsreisen an. Zudem wurde bei der Podiumsdiskussion, die mit finanzieller Unterstützung der Landesabteilung Innovation stattfand, der „Innovationswegweiser II“ vorgestellt. Die Publikation gibt in einfacher und kompakter Weise Tipps für die erste Beschreibung der Idee bis hin zur Konkretisierung.

Hier gibt es den „Innovationswegweiser II“ zum Durchblättern am Bildschirm.