Förderungen | 21.01.2016

Neustart für viele Förderungen

Umweltprämien, Ausgleichszulagen und Betriebsprämien: Ab Anfang Februar können die Bauern wieder dafür ansuchen. Anlaufstelle ist die Bauernbund-Service GmbH. Neu ist vor allem: Auch Betriebe mit ein bis zwei Hektar Kulturfläche können um einige Prämien ansuchen. von Michael Crepaz

Grauvieh auf der Alm steht gleich für mehrere der geförderten Maßnahmen: Grünland, vom Aussterben bedrohte Rassen, Alpungsprämie … Jetzt sind die Ansuchen erneut zu stellen.

Grauvieh auf der Alm steht gleich für mehrere der geförderten Maßnahmen: Grünland, vom Aussterben bedrohte Rassen, Alpungsprämie … Jetzt sind die Ansuchen erneut zu stellen.

Nachdem die EU-Agrarreform 2014–2020 vergangenes Jahr erstmals umgesetzt worden war, ist das Jahr 2016 das erste Bestätigungsjahr für die Sektoren Umweltprämien, Prämien für den ökologischen Landbau, Ausgleichszulagen und Betriebsprämien.

Der folgende Artikel gibt einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Voraussetzungen.

Umweltprämien
Betriebe, die zwischen ein und zwei Hektar Kulturfläche bewirtschaften, können ab heuer auch einen Antrag in diesem Bereich stellen.

Grünland: Die Prämie wird für das umweltschonende Bewirtschaften von Wiesen in Zusammenhang mit einer Tierhaltung gewährt. Zuschläge gibt es für den völligen Verzicht der Silageherstellung und -fütterung.

Zucht der vom Aussterben bedrohten Haustierrassen: Die Prämie wird für das Halten von Pinzgauern, Pusterer Sprinzen, Grauvieh, original Braunvieh, Villnösser Brillenschafen, Schwarzbraunen Bergschafen, Tiroler Steinschafen, Schnalser Schafen und Norikern gewährt.

Alpungsprämie: Diese Prämie wird für Galt- und Milchviehalmen gewährt.

NEU: Zuschlag für Milchverarbeitung auf der Alm gibt es ab 15 GVE.

Landschaftspflegeprämie: Für Magerwiesen, artenreiche Bergwiesen, bestockte Wiesen und Weiden, Streuwiesen, Möser und Hecken werden diese Prämien gewährt. 

Ökologischer Landbau
Die Prämie „Ökologischer Landbau“ wird Landwirten gewährt, die im Landesverzeichnis der biologisch wirtschaftenden Betriebe eingetragen sind.

Ausgleichszulage
Betriebe, die zwischen ein und zwei Hektar Kulturfläche bewirtschaften, können auch für diese Förderung einen Antrag stellen.

Die Ausgleichszulage für Futterflächenbewirtschaftung im benachteiligten Gebiet wird von Jahr zu Jahr neu eingereicht und umspannt somit nicht direkt einen fünfjährigen Verpflichtungszeitraum.

Betriebsprämie und Rinderprämien
Auch die Betriebsprämie, die für die Bewirtschaftung von Kulturgrund gewährt wird, muss jährlich als Einzeljahresprämie beantragt werden und setzt einen eingereichten Antrag des Jahres 2015 voraus. Der auszahlbare Mindestbetrag beläuft sich für 2016 auf 250 Euro und ab 2017 auf 300 Euro.
Zusätzlich zur Betriebsprämie werden wie in den vergangenen Jahren gekoppelte Rinderprämien angeboten.
Auch Landwirte ohne Zahlungsansprüche zur Betriebsprämie dürfen an diesen Programmen teilnehmen.

Milchkuhprämie: Bedingung für den Bezug der Milchkuhprämie ist die Haltung von Milchkühen, die eine Kalbung im betreffenden Jahr haben – mit folgender Registrierung des Kalbes in der Viehdatenbank. 
An die Qualitätsmilch gelten folgende Anforderungen: Zellzahl unter 300.000/ml, Keimzahl unter 40.000/ml, Proteingehalt über 3,35 Prozent. 
Zwei dieser Kriterien müssen mindestens erfüllt sein. Das dritte Kriterium muss zusätzlich folgende Bedingung erfüllen: Zellzahl unter 400.000/ml, Keimzahl unter 100.000/ml, Proteingehalt über 3,2 Prozent.
Die Prämie beträgt bis zu 90 Euro je Kuh.

Mutterkuhprämie: Bedingung ist die Haltung von Mutterkühen, die eine Kalbung im betreffenden Jahr haben – mit folgender Regist­rierung des Kalbes in der Viehdatenbank.

Zudem gelten je nach Rassen folgende Bedingungen:

  • Fleischrassen im Herdbuch oder anagrafischen Register eingetragen – Rasse: Fleckvieh Fleischschlag
  • Zweinutzungsrassen im Herdbuch oder anagrafischen Register eingetragen – Rasse: Fleckvieh, Pinzgauer, Grauvieh, Pustertaler Sprinzen

Die Prämie beträgt bis zu 200 Euro je Kuh.

Schlachtviehprämie: Diese Prämie gibt es für die Schlachtung von Jungrindern unter folgenden Bedingungen: 

  • Tiere, die zwischen einem Alter von mehr als zwölf und weniger als 24 Monaten ­geschlachtet werden und die zwischen 1. Jänner und 31. Dezember mindestens sieben Monate gehalten werden.
  • Die Tiere müssen innerhalb von 30 Tagen nach Stallaustritt geschlachtet werden.

Einen Zuschlag gibt es für Schlachtungen von Tieren, die zwölf Monate am Betrieb gehalten wurden oder über ein anerkanntes Schlacht-Etikettierungssystem vermarktet werden. 
Die Prämie beträgt bis zu 44 Euro pro Stück geschlachtetem Vieh.

Abwicklung der Ansuchen
Alle Landwirte, die im Vorjahr Anträge zu Umweltprämie, Ausgleichszulage, Prämien für den ökologischen Landbau, Betriebsprämien und gekoppelten Rinderprämien eingereicht haben, werden von der Bauernbund-Service GmbH zwischen Mitte Jänner 2016 und Ende April 2016 schriftlich zu einer Sprechstunde in die jeweiligen Bezirksbüros eingeladen. 

Persönliche Unterschrift erforderlich
Für jeden Antragsteller nehmen sich die Mitarbeiter der Förderungsabteilung die Zeit, eine angemessene Beratung und anschließende Gesuchstellung zu gewährleisten. Die Anträge werden am Ende der oben genannten Sprechstunden telematisch eingereicht und müssen deshalb vom Antragsteller persönlich unterschrieben werden. Vertreten können sich diese nur durch Personen lassen, die eine notarielle Vollmacht vorlegen können. Eine reibungslose Abwicklung der sehr umfangreichen Prämienaktion kann nur funktionieren, wenn die vorgeschlagenen Termine auch eingehalten werden! 

Benötigte Unterlagen
Die Antragsteller müssen ein gültiges Erkennungsdokument (Personalausweis) und die Bankverbindung (IBAN-Kode) mitbringen. Bei Tierhaltung ist auch die selbst ermittelte Anzahle zum Vieh nötig.

Wichtig: Falls der Antragsteller Tiere auf einem anderen Betrieb eingestellt hat, bedarf es eines Vertrags der überbetrieblichen Zusammenarbeit, damit die Viehbesätze für beide Betriebe korrekt berechnet werden können.