Bauernbund | 29.01.2016

Betriebe im Berggebiet stärken

Eine flächendeckende Landwirtschaft mit wettbewerbsfähigen Betrieben, bleibt das Ziel des Südtiroler Bauernbundes und des Ressorts für Landwirtschaft. Was dafür nötig ist, wurde auf der Bezirksversammlung im Wipptal besprochen. von Michael Deltedesco

Die Bauernbund-Versammlung im Wipptal fand auch in diesem Jahr im Haus der Dorfgemeinschaft in Wiesen statt.

Die Bauernbund-Versammlung im Wipptal fand auch in diesem Jahr im Haus der Dorfgemeinschaft in Wiesen statt.

Um die landwirtschaftlichen Betriebe zu stärken, braucht es entsprechende Rahmenbedingungen: Darin waren sich in Wiesen alle einig. Ein Hauptanliegen dabei ist der ländliche Raum. Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner erklärte: „Wir brauchen Arbeitsplätze, attraktive Wohnmöglichkeiten, funktionierende Infrastrukturen, soziale Dienste und natürlich schnelle Internetverbindungen. Gerade Arbeitsplätze sind für die Nebenerwerbsbetriebe wichtig, da über die Hälfte der Bauern auf ein zusätzliches Einkommen angewiesen ist.“

„Plattform Land“ soll ländlichen Raum stärken
Eine eigens geschaffene „Plattform Land“ erarbeitet Maßnahmen zum Erhalt der Attraktivität des ländlichen Raumes. Neue Chancen für bäuerliche Betriebe bringt die „Soziale Landwirtschaft“. „Die Nachfrage für Dienste, wie die Kinder- oder die Seniorenbetreuung, ist gegeben. Wir müssen diese Möglichkeiten, auch dank eines neuen Gesetzes, zukünftig noch stärker nutzen“, betonte Dinner.
Aber auch der „klassische“ Nebenerwerb, wie der Urlaub auf dem Bauernhof, die Schankbetriebe oder die Direktvermarktung, würden noch Potential bieten. Ein wichtiger Aspekt sind die Förderungen. Landesrat Arnold Schuler erklärte: „Wollen wir eine flächendeckende Landwirtschaft, die gerade in einem Tourismusland wie Südtirol unverzichtbar ist, braucht es auch in Zukunft Förderungen.“

Lösung für Gülleausbringung in Sicht

Das Ressort für Landwirtschaft habe in den letzten Monaten viele der Fördermaßnahmen überarbeitet. „Die Mittel gehen noch stärker in Richtung Berglandwirtschaft. Zudem werden die Beiträge stärker differenziert und zu denen gehen, die sie am meisten brauchen“, erklärte der Landesrat. Stärken möchte der Landesrat den Bereich Forschung und Beratung. Der „Aktionsplan Berglandwirtschaft“ sieht u. a. eine engere Zusammenarbeit von Versuchszentrum Laimburg, Universität, Schulen und den Beratungsring für Berglandwirtschaft BRING vor. Ein großes Thema ist das ländliche Wegenetz, in das Landesrat Schuler mehr Geld investiert. Eine Lösung wird es in Kürze auch für die Gülleausbringung in Natura 2000-Gebieten geben. „Unser Ziel ist eine einfache, praxisnahe und leicht kontrollierbare Regelung“, verkündete Schüler.

Mehr in Kommunikation investieren
Mehr wollen Ressort und Bauernbund in Zukunft in die Kommunikation mit der Gesellschaft investieren. „Wir müssen den Konsumenten die landwirtschaftliche Produktion wieder näher bringen und sie vom besonderen Wert der Leistungen der Bäuerinnen und Bauern überzeugen“, erklärte Rinner. Die Kommunikation war auch für den SBB-Vizeobmann Viktor Peintner einer der Schwerpunkte der nächsten Jahre.

Bezirksobmann Konrad Obexer lobte auf der Bezirksversammlung die Arbeit der Genossenschaften: „Während der Milchpreis in vielen Teilen Europas deutlich zurückgeht, bleibt er im Wipptal stabil. Das ist vor allem der Verdienst des Milchhofs Sterzing. Ein guter Milchpreis ist die beste Förderung für die Berglandwirtschaft.“