Produktion, Politik | 03.02.2016

Letzter Schritt für Natura-2000-Gebiete

Kaum jemand wusste es: Die Natura-2000-Gebiete müssen noch einen Verfahrensschritt bewältigen, damit sie sich aus EU-Sicht endgültig so bezeichnen dürfen. Diesen letzten Schritt hat die Landesregierung am 19. Jänner eingeleitet. von Guido Steinegger

Eines der umzuwandelnden Gebiete ist Castelfeder im Unterland.

Eines der umzuwandelnden Gebiete ist Castelfeder im Unterland.

Wie von der EU-Richtlinie „Flora Fauna Habitat“ von 1992 vorgesehen, hat Südtirol zwischen 2003 und 2008 insgesamt 40 Natura-2000-Gebiete ausgewiesen. Sie liegen im Nationalpark, in den Naturparken und in Biotopen. Sie gelten zunächst als „Gebiete von Gemeinschaftlicher Bedeutung“ (GGB), müssen aber innerhalb von sechs Jahren in „Besondere Schutzgebiete“ (BSG) umgewandelt werden. Erst dann ist der Natura-2000-Iter vollständig abgeschlossen.

Genau für diesen letzten Verfahrensschritt ist laut dem zuständigen Landesrat Richard Theiner nun Eile geboten: „In Italien ist diese Zeitspanne bereits überschritten.“ In Südtirol müssen 35 Gebiete umgewandelt werden. Dieses Verfahren hat die Landesregierung am 19. Jänner eröffnet. Darin müssen spezifische Entwicklungs- und Erhaltungsmaßnahmen für die einzelnen Gebiete festgelegt werden. Zwar hat es diese Maßnahmen bereits als Managementpläne für die Naturparke bzw. als Biotop-Bestimmungen gegeben. Nun aber müssen sie den einzelnen Lebensräumen und Arten zugeordnet werden müssen. 

Demnächst Aussprache mit Landesrat Theiner
Was dies für die Grundeigentümer bedeutet, kann der Südtiroler Bauernbund derzeit mangels Informationen nicht beurteilen. Dies soll sich demnächst ändern: Der Termin für eine Aussprache zwischen Landesrat Theiner und Bauernbund steht bereits. Bereits vor Einleitung des Verfahrens hingegen hatte Theiner die Bürgermeister jener Gemeinden informiert, in denen Natura-2000-Gebiete liegen. Theiner ist es ein „großes Anliegen“, sämtliche Betroffenen einzubeziehen. Dies sei gewährleistet, weil das Land hier gleich wie beim Genehmigungsverfahren für Landesfachpläne vorgeht. 

Bauern sollen sich zu Wort melden
Der Beschluss vom 19. Jänner samt technischen Unterlagen ist für 30 Tage auf der Bauernbund-Internetseite, bei der Landesabteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung sowie in den betroffenen Gemeinden einsehbar. In dieser Zeit kann die Öffentlichkeit Bemerkungen und Vorschläge einbringen. Danach haben die Gemeinden zwei Monate Zeit, ihr Gutachten abzugeben. Der Bauernbund ermuntert Mitglieder und Funktionäre, davon Gebrauch zu machen.
Nach Anhörung der Landeskommission für Natur, Landschaft und Raumentwicklung muss die Landesregierung die Maßnahmen endgültig genehmigen.