Bauernbund | 05.02.2016

„Flächen besser nutzen“

Die Attraktivität des ländlichen Raumes zu erhalten, ist das Ziel der Plattform Land. Standen im letzten Jahr die Entwicklung von Kooperationen und Netzwerken im Mittelpunkt, ist das Jahresthema 2016 die „intelligente Flächennutzung“. Gleichzeitig wird an den im letzten Jahr beschlossenen Maßnahmen weitergearbeitet.

Die Mitgliederversammlung hat entschieden: Die "intelligente Flächennutzung" ist das Jahresthema 2016.

Die Mitgliederversammlung hat entschieden: Die "intelligente Flächennutzung" ist das Jahresthema 2016.

Südtirol ist stark ländlich geprägt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung wohnt im ländlichen Raum, für viele ist die Peripherie zudem Arbeits- und Freizeitraum. Verständlich also, dass dem ländlichen Raum seit jeher eine besondere Bedeutung zukommt. Auf ihrer letzten Sitzung haben die Mitglieder der Plattform Land – der Südtiroler Bauernbund, der Südtiroler Gemeindenverband, das Land Südtirol mit Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrat Arnold Schuler, die Handelskammer Bozen, der Hoteliers- und Gastwirteverband, der Unternehmerverband, der Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister, der Handels- und Dienstleistungsverband, die Vereinigung der Südtiroler Freiberufler sowie der Raiffeisenverband Südtirol – beschlossen, heuer die „intelligente Flächennutzung“ im ländlichen Raum in den Mittelpunkt zu stellen.

„Wir wollen, dass die benötigten Flächen intelligenter, sprich besser genutzt werden. Dazu werden wir Vorschläge ausarbeiten und die Betroffenen, wie die Landesverwaltung, die Gemeinden und die Bevölkerung, für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Grund und Boden sensibilisieren“, erklärte der Sprecher der Plattform Land Leo Tiefenthaler.

Ein Fachbeirat, dem u. a. Gerlind Weber von der Universität für Bodenkultur in Wien angehört, ist dabei, entsprechende Maßnahmen auszuarbeiten. Solche Maßnahmen könnten die Entwicklung eines Monitoringsystems und ein Flächencheck sein. Bereits beschlossen ist eine Fachtagung zum intelligenten Umgang mit den begrenzt zur Verfügung stehenden Flächen im Juni. Dabei werden mit Experten aus dem In- und Ausland positive Beispiele aus dem Alpenraum diskutiert. Erste Pilotprojekte sind ebenfalls geplant - eines könnte das Leerstandsmanagement zum Inhalt haben. Im Herbst sollen Sensibilisierungsveranstaltungen zur „intelligenten Flächennutzung“ in den Bezirken stattfinden.

Breitband, Wegenetz und Arbeitsplätze
Weiter arbeiten wird die Plattform Land an den im vergangenen Jahr beschlossenen Schwerpunkten. Eine zentrale Bedeutung kommt dabei dem Ausbau des Breitbandnetzes zu. „Das Breitband ist die Straße des 21. Jahrhunderts. Wir brauchen auch am Land schnelle Internetverbindungen. Diese werden wir zügig ausbauen“, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher. Das ländliche Wegenetz ist ein weiteres Hauptanliegen der Plattform Land. „Eine gute Erreichbarkeit ist für die Attraktivität des ländlichen Raumes als Wohn- und Arbeitsraum gleichermaßen wichtig“, sagte der Vize-Sprecher der Plattform Land Andreas Schatzer. Daneben brauche es auch funktionierende soziale Dienste und Infrastrukturen, damit die Menschen auf dem Land bleiben. Besonders wichtig sei die Nahversorgung mit Geschäften und Gasthäusern als soziale Treffs.

Viele dieser Themen wurden in einer Befragung unter 25 Entscheidungsträgern erhoben und sind in ein Memorandum eingeflossen, das im Herbst 2015 von den Mitgliedern der Plattform Land beschlossen wurde. Dieses sieht u.a. mehr Kooperationen und eine bessere Vernetzung, soziale Dienste, eine Dezentralisierung von Diensten und Einrichtungen, die Stärkung des Unternehmertums und den Erhalt der Kulturlandschaft vor.