Bauernbund | 06.02.2016

Weiter für ländlichen Raum arbeiten

Auf der Klausurtagung des Südtiroler Bauernbundes hat Obmann Leo Tiefenthaler die Herausforderungen für 2016 skizziert. Im Mittelpunkt der verbandspolitischen Arbeit stehen der ländliche Raum, die soziale Landwirtschaft und die Förderpolitik. Es gibt aber noch weitere Themen. von Michael Deltedesco

Bauernbund-Spitze und Politik standen den Funktionären Rede und Antwort

Bauernbund-Spitze und Politik standen den Funktionären Rede und Antwort

Der ländliche Raum wird ein Hauptanliegen des Südtiroler Bauernbundes bleiben, stellte Obmann Leo Tiefenthaler heute vor knapp 200 Funktionären in Terlan klar. Gerade auf dem Land gebe es noch einiges zu tun. Große Hoffnungen setzt der Bauernbund-Obmann dabei in die „Plattform Land“. Zusammen mit dem Gemeindenverband Südtirol, Landeshauptmann Arno Kompatscher, Landesrat Arnold Schuler und den führenden Wirtschaftsverbänden sowie der Handelskammer Bozen werden Maßnahmen zur Stärkung des ländlichen Raumes ausgearbeitet. „Neben attraktiven Arbeitsplätzen und Wohnmöglichkeiten brauchen wir ein schnelles Internet und funktionierende Infrastrukturen. Ebenso wichtig sind eine gute Nahversorgung, soziale Dienstleistungen sowie gesellschaftliche Treffs wie etwa Gasthäuser“, betonte Tiefenthaler.

Zu diesen Herausforderungen wird die „Plattform Land“ konkrete Maßnahmen ausarbeiten. Heuer stellt die „Plattform Land“ übrigens die „intelligente Flächennutzung“ in den Mittelpunkt. „Ziel ist es, Grundstücke besser zu nutzen und so landwirtschaftliche Produktionsflächen zu ‚sparen‘.“ Ein Thema auf der Klausur des SBB war das ländliche Wegenetz. Zukünftig sei die Instandhaltung der bestehenden Wege eine der größten Herausforderungen im ländlichen Raum, waren sich die Funktionäre einig.

Soziale Landwirtschaft: Landesgesetz kommt
Eine große Chance für die vielen heimischen Nebenerwerbsbetriebe sieht Obmann Tiefenthaler in der sozialen Landwirtschaft. Dazu gehört die Kleinkind- und Altenbetreuung, die Tiertherapie oder die Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigungen. „Nachdem Rom bereits das entsprechende Gesetz beschlossen hat, ist nun der Landtag am Zug, ein Landesgesetz zu erlassen“, merkte Tiefenthaler an. Ein Potential sieht Tiefenthaler auch beim Fleisch. Im Aktionsplan Berglandwirtschaft des Landes ist ein Qualitätsfleischprogramm vorgesehen.

Mit Neuausrichtung der Förderungen großteils zufrieden
Neben Lob gab es aber auch Kritik – so z. B. für die Verzögerungen bei der Auszahlung der Förderungen. Aufgrund technischer Schwierigkeiten warten die Bergbauern teilweise noch auf die Gelder von 2014. „Wir erwarten uns, dass die Probleme so schnell wie möglich behoben werden.“ Mit der Neuausrichtung der Förderungen ist Tiefenthaler hingegen im Großen und Ganzen zufrieden. „Es ist richtig, dass die Förderung in Richtung Berglandwirtschaft kanalisiert wird und Betriebe zudem gezielter gefördert wird, damit jene Bergbauern eine Unterstützung erhalten, die sie dringend brauchen.“

Landesraumordnung: Bauernbund wird sich einbringen
Auch mit der Landesraumordnung wird sich der SBB intensiv befassen. Einige Vorschläge wurden bereits eingebracht. Im Herbst soll der neue Gesetzesentwurf veröffentlicht werden. „Dann wird sich zeigen, ob unsere Überlegungen berücksichtigt wurden. Wir werden sehr genau schauen, was im Gesetz steht und uns entscheidend einbringen. Was wir auf alle Fälle fordern, ist, Grund und Boden besser zu schützen und bestehende Wohn- und Wirtschaftskubatur zuerst zu nutzen, bevor immer neue Wiesen umgewidmet werden“, so Tiefenthaler.

Noch einmal hat der Bauernbund-Obmann die Vorgehensweise zum Flughafen-Referendum erklärt. „Nachdem wir im Landesbauernrat Anfang Januar die Befürworter angehört haben, kamen Ende Januar die Gegner zu Wort. Jetzt werden wir in den Bezirken diskutieren, Ende März werden wir dann entscheiden, wie wir uns beim Referendum verhalten. Eines ist aber bereits klar: Wir werden unsere Mitglieder auffordern, zur Abstimmung zu gehen. Zudem werden wir sie objektiv informieren.“

Zur Sprache kamen auch die Natura 2000-Gebiete und die Gülleausbringung. Der SBB forderte eine schnelle, unkomplizierte und praktikable Lösung. Vor allem aber brauche es Sicherheiten. Ende Februar wird sich eine Arbeitsgruppe nochmals treffen. Gibt es dort keinen Kompromiss, muss die Politik entscheiden, so die Forderung des SBB.