Arbeitsberatung | 26.02.2016

Arbeitsgenehmigung für Nicht-EU-Bürger

Arbeitgeber können jetzt wieder um Arbeitsgenehmigung für Nicht-EU-Bürger ansuchen. Diese Arbeitskräfte müssen bereits in Südtirol gearbeitet haben.

In einem jährlichen Dekret legt der Ministerpräsident die Quoten für das Ansuchen der saisonalen Arbeitsgenehmigungen für Nicht-EU-Bürger fest. Das Dekret wurde kürzlich unterzeichnet und im Amtsblatt der Republik veröffentlicht. Für Südtirol stehen 480 Quoten zur Verfügung. Somit können nun die entsprechenden Ansuchen gestellt werden. Heuer wurde das Dekret erstaunlich früh veröffentlicht: In den vergangenen Jahren war das immer erst im April der Fall. Dies gibt den Arbeitgebern mehr Zeit für die bürokratische Abwicklung der Ansuchen.

Saisonale Arbeitsgenehmigungen
Im Falle einer saisonalen Arbeitsgenehmigung kann ein Nicht-EU-Bürger insgesamt neun Monate in Italien arbeiten. Neben den normalen Arbeitsgenehmigungen gibt es auch sogenannte mehrjährige Arbeitsgenehmigungen. In diesem Fall kann für maximal drei Jahre angesucht werden, wobei die Arbeitsgenehmigung immer für den gleich langen Zeitraum ausgestellt wird – z.B. immer für neun Monate.
Für alle saisonalen Arbeitsgenehmigungen in Südtirol gilt, dass sie nur an jene Nicht EU-Bürger ausgestellt werden, die bereits hier gearbeitet haben. Hat ein Nicht-EU-Bürger noch nie in Südtirol gearbeitet, wird das Ansuchen abgelehnt. Die Ansuchen können bis zum 31. Dezember gestellt werden.

Ablauf der Anstellung
Im Falle der saisonalen Genehmigung muss der Arbeitgeber zunächst um die Arbeitsgenehmigung für den Nicht-EU-Bürger ansuchen. Der Arbeiter kann dann in der italienischen Botschaft im Heimatland das Visum abholen und einreisen. Anschließend muss auf dem Arbeitsamt der Aufenthaltsvertrag unterzeichnet werden. Dabei muss ihn der Arbeitgeber begleiten. Der Arbeiter muss dann über die Post um die Aufenthaltsgenehmigung ansuchen. Erst dann kann der Nicht-EU-Bürger angemeldet werden. Die Unterzeichnung des Aufenthaltsvertrages und das Ansuchen um Aufenthaltsgenehmigung müssen innerhalb von acht Tagen ab Einreise gemacht werden. Die Dauer der Genehmigung gilt ab dem Datum der Einreise.

Aufenthaltsgenehmigung umwandeln
Im Dekret des Ministerpräsidenten wurden zusätzlich zu den Quoten für saisonale Arbeitsgenehmigungen auch Quoten für die Umwandlung von bereits bestehenden Aufenthaltsgenehmigungen vorgesehen. Dabei können auch saisonale Aufenthaltsgenehmigungen umgewandelt werden. Voraussetzung ist, dass der Nicht EU-Bürger zum Zeitpunkt des Antrages auf Umwandlung eine gültige Genehmigung besitzt. Die Umwandlung kann nicht der Arbeitgeber, sondern nur direkt der Arbeiter bei einem Beistandszentrum machen.