Bauernbund | 15.03.2016

Milchmarkt und ländlicher Raum

Was die Bäuerinnen und Bauern im Eisacktal derzeit beschäftigt, wurde auf der Jahresversammlung des Bauernbund-Bezirks Eisacktal in Vahrn klar: der schwächelnde Milchmarkt, das ländliche Wegenetz sowie der Zu- und Nebenerwerb. von Michael Deltedesco

SBB-Direktor Siegfried Rinner, Bezirksobmann Konrad Obexer, Landesobmann Leo Tiefenthaler und Landesrat Arnold Schuler (v.l.) standen den Bäuerinnen und Bauern Rede und Antwort.

SBB-Direktor Siegfried Rinner, Bezirksobmann Konrad Obexer, Landesobmann Leo Tiefenthaler und Landesrat Arnold Schuler (v.l.) standen den Bäuerinnen und Bauern Rede und Antwort.

Für die Milchviehhalter im Eisacktal ist das Thema der letzten Wochen der unter Druck geratene Milchmarkt. Dank der hervorragenden Arbeit des Milchhofs BRIMI in Brixen konnten in der Vergangenheit die meisten Preisschwankungen abgefedert werden. Derzeit allerdings kommen auch die heimischen Genossenschaften unter Druck. Landesrat Arnold Schuler berichtete: „War 2015 noch überraschend gut, dürfte 2016 ein schwieriges Jahr werden.“ Nun sei zu schauen, wie man am besten darauf reagieren könnte. Bereits seit längerem werde an ein „Operationelles Programm“ für die Milchhofe gedacht. „Damit könnte man Investitionen der Milchhöfe unterstützen. Zusammen mit den Kollegen aus Tirol, Bayern und weiteren Bundesländern werden wir uns in Brüssel dafür einsetzen“, versprach Schuler.

Ländliches Wegenetz: Rückstände zur Hälfte abgebaut
Ein zweites Anliegen der Bäuerinnen und Bauern ist das ländliche Wegenetz – und zwar nicht der Neubau, sondern die Instandhaltung. Dazu brachte Landesrat Schuler eine positive Nachricht mit. „Wir konnten die Zahl der Ansuchen von anfänglich fast 800 auf unter 400 reduzieren, weil wir mehr Geld für die Instandhaltung vorgesehen haben. Zudem haben wir neue Kriterien ausgearbeitet, um noch besser auf die Bedürfnisse reagieren zu können.“ Neue Förderkriterien würden derzeit auch für den Urlaub auf dem Bauernhof und für Bewässerungsanlagen ausgearbeitet.

Zufrieden war Schuler auch mit der Entwicklung im Obstbau: „Die neuen Landesleitlinien für die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln zeigen ihre Wirkung. Zudem dürfte bald ein neues Landesgesetz zum Pflanzenschutz beschlossen werden, das die Ausbringung und die Zuständigkeiten zwischen Land und Gemeinde klar regelt.“ Auch in der Diskussion über die Gülle in Natura 2000-Gebieten sei man letzthin ein großes Stück weitergekommen und ein Kompromiss sei in Reichweite, der alle Beteiligten zufriedenstellen dürfte.

„Soziale Landwirtschaft“ bietet Chance für Zuerwerb
Auf ein Gesetz zur „Sozialen Landwirtschaft“ drängte Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler. „Die ‚Soziale Landwirtschaft‘ könnte gar einigen Betrieben die Chance für einen Zuerwerb am Hof bieten. Besonders interessant ist die Kinder- und Seniorenbetreuung, aber auch die Betreuung von Menschen mit Behinderung oder die Tiertherapie.“ Landesrat Schuler stellt ein entsprechendes Landesgesetz für Herbst in Aussicht. Einen sparsameren Umgang mit Grund und Boden hat die „Plattform Land“, die die Weiterentwicklung des ländlichen Raumes zum Ziel hat, zum Jahresthema gemacht. Große Hoffnung setzt der SBB daher in das neue Landesraumordnungsgesetz, das noch heuer vorgestellt werden soll. „Wir werden es uns sehr genau anschauen und unsere Anliegen vorbringen“, versicherte Tiefenthaler. Besser als erwartet ist das römische Stabilitätsgesetz für die heimische Landwirtschaft ausgefallen. Die zahlreichen Neuerungen hat der Leiter des Bauernbund-Bezirks Eisacktal Lorenz Mair vorgestellt. Der Bezirksobmann Konrad Obexer ließ hingegen nochmals das vergangene Jahr Revue passieren.