Bauernbund | 21.03.2016

Sorge um Milchmarkt wächst

Den Druck auf den europäischen Milchpreis bekommen auch Südtirols Milchhöfe zu spüren. Wie es mit dem Milchmarkt weitergeht und was Südtirol tun kann, war Thema der gemeinsamen Veranstaltung der Bauernbund-Ortsgruppen von Terenten, Pfalzen und Kiens.

Die Ortsobmänner von Kiens, Pfalzen und Terenten haben Joachim Reinalter, Herbert Dorfmann (beide Bildmitte) sowie den SBB-Bezirksobmann Anton Tschurtschenthaler zu einer Diskussion über die Entwicklung des  Milchmarktes eingeladen.

Die Ortsobmänner von Kiens, Pfalzen und Terenten haben Joachim Reinalter, Herbert Dorfmann (beide Bildmitte) sowie den SBB-Bezirksobmann Anton Tschurtschenthaler zu einer Diskussion über die Entwicklung des Milchmarktes eingeladen.

Dass der Milchmarkt in Europa unter Druck gerät, sobald die produzierte Milchmenge steigt, ist nichts Neues. Meist konnten die vorbildlich arbeitenden Milchhöfe, auch dank des hohen Anteils an veredelten Produkten, kleinere Schwankungen am Frischmilchmarkt ausgleichen. Dieses Mal aber spüren auch die heimischen Milchhöfe den Druck, bestätigte der Obmann des Sennereiverbands Südtirol Joachim Reinalter in Terenten. „Die Milchmenge ist in den letzten Monaten angestiegen, gleichzeitig sind die Lager in ganz Europa voll. Der Markt kann nicht noch mehr Menge aufnehmen. Die Folge ist ein sinkender Milchpreis“, resümierte Reinalter. „2016 wird daher ein schwieriges Jahr für uns werden.“ So schnell dürfte sich am Preisdruck in Europa nichts ändern, war Reinalter überzeugt. Seit dem Wegfall der Milchquoten könne jeder Bauer nämlich so viel produzieren, wie er möchte. Ähnlich sieht auch Dorfmann die derzeitige Situation. Allerdings sei weniger das Auslaufen der Milchquoten Schuld an der aktuellen Situation, da der Milchpreis auch schon in der Vergangenheit immer wieder unter Druck geraten war. Mit Schwankungen werde man auch in Zukunft leben müssen. Die langfristigen Aussichten sind weiter positiv.

Richtige Reaktion gefragt 
Wie kann Südtirol nun auf den sinkenden Milchpreis reagieren, um den Bauern einen angemessenen Preis zu sichern? Für Obmann Reinalter seien zwei Maßnahmen wichtig. „Die Milchhöfe müssen noch mehr zusammenarbeiten. Das stärkt den gesamten Sektor und damit auch unsere Mitglieder.“ Zwar gebe es bereits eine Zusammenarbeit, das Potential sei aber noch nicht ausgeschöpft. Die zweite Maßnahme betrifft das Milchmanagement. „Die Milchproduktion variiert zwischen Sommer und Winter stark. Während im Sommer weniger Milch produziert wird bei gleichzeitig hoher Nachfrage, ist die Milchmenge im Winter höher, die Nachfrage dafür geringer. Hier braucht es dringend einen Ausgleich zwischen Winter und Sommer.“

SBB-Bezirksobmann Anton Tschurtschenthaler appellierte an die Landespolitik, geeignete und zeitgemäße Rahmenbedingungen für den Fortbestand der bäuerlichen Familienbetriebe zu schaffen. Die Landwirtschaft von heute steht vor neuen An- und Herausforderungen, welchen es gerecht zu werden gilt. Aber auch die Bauern müssen noch enger zusammenstehen und gemeinsam Stärke zeigen. Gerade Investitionen sollten gut überlegt und vor allem zukunftsorientiert sein.