Bauernbund | 27.04.2016

Landesbauernrat für die Anbaufreiheit

Der Landesbauernrat hat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen, den Rekurs gegen die Malser Pflanzenschutz-Verordnung zu unterstützen. Es geht um die Anbaufreiheit der Bauern, betont der Landesbauernrat. von Tobias Egger

it dem Inhalt der Verordnung der Gemeinde Mals zum Pestizidverbot sind viele Bauern nicht einverstanden.

it dem Inhalt der Verordnung der Gemeinde Mals zum Pestizidverbot sind viele Bauern nicht einverstanden.

Die Verordnung führt einen Pflichtabstand von 50 Metern beim Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel ein. Der Anbau von Kulturen, die Pflanzenschutz benötigen, wird auf dem Gemeindegebiet so de facto unmöglich gemacht. Damit sind die Mitglieder des Landesbauernrates ganz und gar nicht einverstanden. Für sie ist die Verordnung ein unverhältnismäßiger und zu starker Eingriff in die Anbaufreiheit und das bäuerliche Eigentum. „Die Bauern sollten ihr Handeln und Wirtschaften nach eigenen Überlegungen ausrichten dürfen“, heißt es im Beschluss des Landesbauernrates. Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler erklärt dazu: „Die Freiheit, selbstbestimmt zu handeln, ist eine große Errungenschaft. Keine Berufsgruppe und kein Bürger sollte sich diese nehmen lassen.“
Betroffene Bauern und Grundeigentümer, die wirtschaftliche Schäden aufgrund der Verordnung erwarten, werden Rekurs gegen die Gemeindeverordnung erheben. Der Südtiroler Bauernbund unterstützt diesen Rekurs nach einstimmigem Beschluss des Landesbauernrates.

Vereinbarungen statt Gesetze
Mit dem Beschluss schließt sich der Landesbauernrat der Haltung des Bezirksbauernrates Vinschgau an. Dieser hatte sich zuvor ebenfalls für eine Unterstützung des Rekurses ausgesprochen, um die bäuerliche Entscheidungsfreiheit zu wahren. Laut Verordnung wäre in Mals einzig der Pflanzenschutz nach Richtlinien des biologischen Anbaus erlaubt. „Die Entscheidung über die Wirtschaftsweise muss aber jeder Bauer selbst treffen“, betont Bezirksobmann Raimund Prugger.
Landes- wie Bezirksbauernrat sind überzeugt: Anstatt durch Zwang sollte die Biolandwirtschaft im Obervinschgau durch eine positive Initiative wie etwa eine Bioregion gefördert werden, in der alle Mitglieder der Gesellschaft Verantwortung tragen.
Der Landesbauernrat spricht sich zudem für verbindliche Vereinbarungen zwischen den Bauern aus. „Die Zusammenarbeit innerhalb der Landwirtschaft muss in einem guten nachbarschaftlichen Verhältnis geregelt werden, und nicht über Gesetze“, sagt Tiefenthaler.

Hier gibt es die umstrittene Verordnung der Gemeinde Mals zum Download.