Arbeitsberatung | 23.06.2016

So stellt man Asylbewerber an

Bauern dürfen Asylbewerber in ihren Betrieben beschäftigen. Die wichtigsten Voraussetzungen sind eine 60-Tage-Frist nach Asylantrag und die Aufenthaltsgenehmigung. Ansonsten sind die Asylbewerber anderen Arbeitern gleichgestellt. Auskunft geben die Asylantenhäuser und die Bauernbund-Abteilung Arbeit/Löhne.

Als Flüchtlinge gelten Menschen, die auf der Flucht aus ihrem Herkunftsstaat sind und in einem anderen Staat um humanitären Schutz ansuchen bzw. politisches Asyl beantragen. Daher sind Asylbewerber grundsätzlich Nicht-EU-Bürger. Wie alle Nicht-EU-Bürger benötigen sie eine Aufenthaltsgenehmigung, die zur Arbeit erlaubt, um bei einem Landwirtschaftsbetrieb gemeldet werden zu können.

Voraussetzung für Anstellung
Um politisches Asyl zu erlangen, müssen die Personen einen entsprechenden Antrag stellen. Nach dieser Anfrage erhalten sie in der Regel eine Aufenthaltsgenehmigung von sechs Monaten, die verlängert werden kann. Da sich das Verfahren in die Länge ziehen kann, sieht das Gesetz vor, dass die Personen 60 Tage nach der Stellung des Antrages arbeiten dürfen. In diesen 60 Tagen dürfen sie keine Ablehnung des Asylantrages bekommen haben. Dies ist aber aufgrund der langen Bearbeitungszeiten sehr unwahrscheinlich.
Das bedeutet: Asylbewerber dürfen 60 Tage nach Antragsstellung arbeiten, wenn sie gleichzeitig eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen haben. Diese wird meist ausgestellt, so lange das Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist.

Mindestlohn einhalten
Landwirtschaftliche Arbeitgeber müssen die Asylbewerber wie alle landwirtschaftlichen Arbeiter beim Arbeitsamt melden. Außerdem müssen sie ihnen mindestens den kollektivvertraglich festgelegten Lohn bezahlen, und die Arbeiter bekommen einen Lohnstreifen. Sie sind somit den anderen Arbeitern gleichgestellt und können als Ernte­helfer, gewöhnliche Taglöhner usw. beschäftigt werden.
Für die Beschäftigung mit Wertgutscheinen – so genannte Voucher – gelten die allgemeinen Regeln der Landwirtschaft. Es können also nur Studenten, Pensionisten und Bezieher von Arbeitslosenzahlungen mit Vouchern beschäftigt werden.

Auf Enddatum achten
Für die Arbeitgeber ist es vor allem wichtig, dass sie auf die Gültigkeit der Dokumente achten. Die Aufenthaltsgenehmigung hat ein Enddatum! Die Arbeiter können nur bis zu diesem Enddatum gemeldet werden. Bei Vorlage von neuen Dokumenten kann das Arbeitsverhältnis verlängert werden.

Erst bei Asylantenhäusern fragen, dann beim  Bauernbund
Im Falle der Anfrage um Asylstatus muss der Flüchtling den Arbeitgeber immer über den Stand des Verfahrens informieren. Dies gilt vor allem, wenn er eine Ablehnung bekommen hat. Hier sind die Häuser, in denen die Flüchtlinge untergebracht sind, die ersten Ansprechpartner, um zu überprüfen, auf welchem Stand das Verfahren ist.
Möchten landwirtschaftliche Betriebe einen Asylbewerber beschäftigen, sollten Sie sich daher zunächst an eine Aufnahmeeinrichtung ihrer Umgebung wenden (siehe Tabelle unten) oder folgende Mobilnummer von Bahngleis 1 kontaktieren: 334 1523850 (Mo.–Fr., 9–12 Uhr, ausschl. zum Thema „Arbeit von Asylbewerbern“).
Wird ein Nicht-EU-Bürger ohne gültige Dokumente beschäftigt, sind hohe Strafen vorgesehen. Aus diesem Grund sollten diese immer genau angeschaut werden. Dabei ist die Bauernbund-Abteilung Arbeitsberatung/Löhne den Betrieben behilflich.


Aufnahmeeinrichtungen in Südtirol

Ort

Einrichtung

Telefon

E-Mail

Bozen

Haus Aaron

0471 095452

aaron@caritas.bz.it

 

Haus Alpi

335 1438689

francesca.cavalieri@@riverequipe.it

 

Haus Ex-Gorio

335 1438692

valentina.prudente@riverequipe.it

 

Haus Sara

0471 095806

sara@caritas.bz.it

 

Haus Graf Forni

348 1529943

Profughi.casaforni@riverequipe.it

 

Unterkunft Ex-Lemayr

335 1438695

ceflemayr@volontarius.it

 

Unterkunft „Salewa“

347 6631304

cefsalewa@volontarius.it

Brixen

Haus Miriam

0472 055255

miriam@caritas.bz.it

Bruneck

Josefsheim

0474 055009

josefsheim@caritas.bz.it

Eppan

Haus Eppan

347 6626373

lorenza.iellici@volontarius.it

Kastelruth

Haus Anna

0471 711062

anna@caritas.bz.it

Klausen

Haus Krone

 

profughi.klausen@volontarius.it

Mals

Haus Ruben

0473 055026

ruben@caritas.bz.it

Meran

Haus Arnika

0473 495626

arnika@caritas.bz.it

 

Ex-Arbeiterhäuser

335 5739908

annemarie.volgger@riverequipe.it

St. Ulrich

Haus „Al Sole“

0471 796437

roswitha.tedeschi@volontarius.it

Tisens (Prissian)

Haus Noah

0473 920545

noah@caritas.bz.it

Vintl

Fischerhaus

0472 055201

fischerhaus@caritas.bz.it

Wiesen

Haus Lea

0472 760883

lea@caritas.bz.it