Bauernbund | 14.10.2016

Wüste, Tiere, Buschmänner, Farmer

Die zweite Leserreise des „Südtiroler Landwirtes“ führt reisewillige Bauern und Freunde der Landwirtschaft nach Namibia in Afrikas Südwesten. Dort erleben sie Naturschauspiele, Landwirtschaft unter extremen Bedingungen sowie die einheimische Völkervielfalt und deutsche Kolonialgeschichte.

Besonders an den Wasserlöchern tummeln sich die Wildtiere. Auf Pirschfahrten wird die Reisegruppe viele von ihnen live erleben.

Besonders an den Wasserlöchern tummeln sich die Wildtiere. Auf Pirschfahrten wird die Reisegruppe viele von ihnen live erleben.

Sie haben noch nie was von Namibia gehört? Das sollte sich ändern! – Dieser Überzeugung ist Guido Steinegger, Chefredakteur des „Südtiroler Landwirtes“. Er wird die Reisegruppe von Südtirol aus nach Namibia begleiten. Ihm selbst erging es ähnlich: „Je mehr uns unser Partner-Reisebüro Primus Touristik über dieses Land erzählte, desto mehr wurde uns klar: Das ist etwas für unsere Leser!“
Die Reise bietet ganz viel Naturschauspiel, viel Landwirtschaft, aber auch Städte, Kultur und Geschichte im Südwesten Afrikas. „Dass aufgrund der deutschen Kolonialgeschichte viele Partner vor Ort Deutsch sprechen, ist ein Glücksfall“, sagt Steinegger. Die Reise ist als besondere Gelegenheit für die Bauernbund-Mitglieder und ihre Familien gedacht. „Wir freuen uns aber auch, wenn sich Interessierte aus anderen Bevölkerungsgruppen zu uns gesellen“, sagt Steinegger. Allerdings müssen sie sich neben den Sehenswürdigkeiten auch für die Landwirtschaft vor Ort interessieren.

Landwirtschaft
Das Klima ist extrem trocken. Unter diesen Bedingungen Landwirtschaft zu betreiben, ist wahrlich kein Honigschlecken. Vielfach haben die deutschen Siedler das Land erschlossen. Zum Beispiel Familie Gaugler, die auf der Dabis-Farm in extrem aridem Umfeld das Karakulschaf, eine Steppenrasse,  züchtet. Familie Wiechmann von der Otjihangwe-Farm zählt mit ihren Simmentalerherden zu den größten Rindfleischproduzenten des Landes. Die Ghaub-Farm auf einer ehemaligen Missionsstation hat sich im fruchtbareren Nordwesten auf Brahma-Bullen und Maisanbau eingestellt. Spannend auch der Besuch bei der Kristall-Kellerei, der ersten Weinkellerei des Landes, die sich in einem der trockensten Weinanbaugebiete der Welt behaupten muss.
Doch Landwirtschaft ist kein Monopol der deutschen Siedler, wie das Buschmann-Dorf der Ombili-Stiftung oder das Ausbildungszentrum „Neudamm Agriculture College“ für angehende Landwirte zeigt.
Außerdem hat Namibia mit den Geparden und Leoparden ein ähnlich brisantes Großraubtier-Thema wie Südtirol: Die Okonjima AfriCat Foundation schützt die bedrohten Großkatzen und versucht, die Viehfarmer für das Thema zu sensibilisieren.

Natur, Natur, Natur!
Die eindrucksvollsten Erinnerungen wird wohl die einmalige Natur Namibias vermitteln:
Atemberaubende Landschaften bieten vor allem die Dünen in den verschiedenen Wüsten, ob rot in der berühmten Kalahari oder gigantisch im Namib-Naukluftpark – mit über 300 Meter Höhenunterschied. Der Etosha National Park bietet eine große Salzpfanne, die sogar vom Weltall aus sichtbar ist.
An den Wasserlöchern versammeln sich Wildtiere: Sichtungen auf Pirschfahrten sind garantiert! Ob Giraffen, Großkatzen, Elefanten oder Vögel: Die Reisenden sollten sich überraschen lassen. Auf einer halbtägigen Mini-Kreuzfahrt durch die 11.000 Hektar große Lagune vor Swakopmund dürften dann Delphine und Robben das Schiff begleiten.
Weitere Höhepunkte bieten der Wendekreis des Steinbocks (mit Straßenschild als beliebtem Fotomotiv) oder der einzigartige – zum Greifen nah scheinende – Sternenhimmel.

Städte, Begegnungen, Geschichte
Wem das nicht genug ist, der erlebt auch das Lebensgefühl afrikanischer Städte und Kultur: In der Hauptstadt Windhoek erinnern immer noch einige Fachwerkhäuser an die deutsche Kolonialzeit. In den jüngsten Jahren ist die Stadt aber zu einer afrikanischen Metropole geworden – mit interessantem Vielvölkermix sowie europäischen, afrikanischen und zunehmend auch asiatischen Einflüssen.
Ein beliebtes Ausflugsziel am Südatlantik ist Swakopmund, dessen deutsche Wurzeln architektonisch wie sprachlich noch immer unverkennbar sind. In beiden Städten lernt man aber auch das andere Afrika kennen: Die Townships rühren noch von der Apartheid-Zeit her. Noch immer leben dort  ausschließlich Schwarze, die man damals von den „weißen“ Zentren fernhalten wollte.
Einblick in die Kultur und Tradition der San – oft als Buschmänner bezeichnet – erfährt die Reisegruppe in einem Buschmanndorf der Ombili-Stiftung mit Schule, Gemeinschaftszentrum, Rinderzucht und Gärten sowie kunsthandwerklichen Fertigungsstätten. In diesem friedlichen Lebensraum können die San ihr altes Wissen weitergeben, sich aber auch in den noch jungen Staat Namibia integrieren.
Auch im Cosdef Arts & Craft Center wird die vielfältige Kultur und das Handwerk Namibias gepflegt und in Kursen vermittelt. Das Tsumeb-Museum dagegen gibt einen umfangreichen Einblick in die Kolonialgeschichte.
Gut ausgesucht sind auch Unterkünfte und Verpflegung: So ist das Maltahöhe-Hotel das älteste Hotel Namibias. Und in der Sossulvlei Lodge warten geräumige, stilvoll eingerichtete Hauszelte mit gemauertem Unterbau in kürzester Entfernung zur beeindruckenden Dünenwelt. Auch kulinarisch wird es viel Abwechslung geben – vom ausgedehnten Grillabend über unkonventionalle Kost im Township bis zum Picknick auf Dünen oder an einer Wasserstelle.

Hier geht's zum ausführlichen Programm der Leserreise nach Namibia.


Leserreise Namibia

Reisedauer: Do., 2.2., bis Fr., 17.2.2017
Teilnehmer: max. 30 Personen (Reisefreudige Mitglieder der bäuerlichen Familien; aber auch andere Interessierte an Namibia und dessen Landwirtschaft)
Preis: 3380 Euro (Einzelzimmerzuschlag: 250 Euro)
Anmeldung: SBB-Weiterbildungsgenossenschaft, Tel. 0471 999455 (Reihung nach Anmeldedatum)

Im Preis enthalten:
- Vorbereitungstreffen am Bauernbund-Sitz in Bozen
- Flughafen-Transfer, Flug mit South African Airways, Busfahrt und Reiseleitung
- Gruppenleitung ab Südtirol mit Guido Steinegger, Chefredakteur „Südtiroler Landwirt“
- 13 Übernachtungen mit Frühstück, 12 Abendessen und 13 Mittagessen bzw. Snacks laut Programm
- Fachbesuche, Eintritte und Ausflüge laut Programm
- Komplettschutz-Versicherung CLASSIC der Allianz Global Wien inkl. Reiserücktrittskosten-Versicherung

Nicht im Preis enthalten:
- Getränke, Trinkgelder, persönliche Ausgaben
- Alle nicht genannten Mahlzeiten und fakultativen Ausflüge