Wirtschaft, Internationales | 02.11.2016

CETA-Abkommen unterzeichnet

Die Europäische Union und Kanada haben ihr lang verhandeltes Freihandelsabkommen (CETA) besiegelt. Durch CETA sollen deutlich mehr Absatzmöglichkeiten für Landwirte und Lebensmittelerzeuger entstehen. von AgraEurope

Das umstrittene CETA-Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada ist seit Sonntag unter Dach und Fach.

Das umstrittene CETA-Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada ist seit Sonntag unter Dach und Fach.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, EU-Ratspräsident Donald Tusk, der slowakische Regierungschef und derzeitige Vorsitzende der Ratspräsidentschaft, Robert Fico, unterzeichneten am Sonntag (30.10.) zusammen mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau den Vertragstext. Mit Hilfe von Zusatzerklärungen wurden letzte Einwände von Kritikern aufgenommen.

Gegenseitige Marktöffnung 
Laut Kommissionschef Juncker ergeben sich durch CETA Zolleinsparungen von insgesamt bis zu 500 Millionen Euro jährlich. Die Öffnung des kanadischen Marktes für wichtige EU-Exportgüter wie Käse, Wein und Spirituosen, Obst und Gemüse sowie verarbeitete Lebensmittel wird nun deutlich erweitert, ist aber durch Quoten geregelt. Auf der anderen Seite steht die Öffnung der EU für kanadische Produkte.

Kanada erkennt viele geschützte Produkte an
Juncker betonte, dass die Einfuhren aus Kanada den EU-Vorschriften entsprechen müssten. Beispielsweise werde nur hormonfreies Fleisch in die Gemeinschaft eingeführt. Zudem erkenne Kanada eine große Anzahl der geschützten geografischen Ursprungsangaben (g.g.U.) an. Die insgesamt 143 Produkte, die in CETA geschützt würden, seien die am meisten exportierten EU-Lebensmittel und Getränkeprodukte; die Liste reiche von Roquefort-Käse bis zu Balsamico-Essig aus Modena sowie holländischem Gouda-Käse oder Schwarzwälder Schinken.