Betriebsberatung | 02.02.2017

Getreideanbau-Ansuchen wurden vereinfacht

Wer künftig um Beihilfen für umweltschonenden Getreideanbau ansucht, muss ein paar bürokratische Hürden weniger nehmen. Zudem ist dafür nicht mehr das Landesamt für Obst- und Weinbau, sondern jenes für Viehzucht zuständig. von LPA – Landesamt für Viehzucht

Die entsprechenden Änderungen hat die Landesregierung Anfang Jänner beschlossen. Wie das Landespresseamt berichtet, wies Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der Pressekonferenz am 10. Jänner auf die Bedeutung dieser Maßnahme für die Biodiversität hin. Die Landesregierung will durch diese Beihilfen für den umweltschonenden Getreideanbau weiterhin den derzeit flächenmäßig beschränkten, traditionellen Anbau von Getreide. Agrarlandesrat Arnold Schuler hatte den Beschluss beantragt, der geringfügige Änderungen der vor zwei Jahren eingeführten Prämie beinhaltet. Notwendig wurde die Anpassung, weil die Zuständigkeit bzw. Abwicklung dieser Beihilfe vom Landesamt für Obst- und Weinbau an das Amt für Viehzucht übertragen wurde.

Die Vereinfachungen
Die Kriterien sehen außerdem einige Vereinfachungen bei der Vorlage und Abwicklung der Gesuche vor: So braucht es künftig kein Betriebsheft mehr, in dem die Herkunft des Saatgutes und die den Getreideanbau betreffenden Kulturmaßnahmen, einschließlich der Düngung und der Vorjahreskultur, aufgezeichnet werden müssen.
Dem Gesuch ist auch kein Orthofoto mehr beizulegen, auf dem die Getreideanbaufläche grafisch abgegrenzt ist und die entsprechenden Grundparzellennummern ersichtlich sind. Die Erfassung der Getreidefläche muss in Zukunft bis spätestens 31. März des Bezugsjahres über die Lafis-Meldung (Land- und forstwirtschaftliches Informationssystem) erfolgen. Das Ansuchen ist zwischen 1. Jänner und 31. März des Bezugsjahres per PEC-Mail an die Adresse viehzucht.zootecnia@pec.prov.bz.it zu schicken oder im Landesamt für Viehzucht oder in den Bezirksämtern für Landwirtschaft einzureichen.

500 Euro pro Hektar
Die Beihilfe wird in Form einer Flächenprämie gewährt und beträgt jährlich 500 Euro pro Hektar. Keine Beihilfe gibt es unter einem Betrag von 300 Euro; demzufolge muss eine Mindestfläche von 0,6 Hektar gegeben sein. Die Beihilfe ist Teil der De-minimis-Beihilfe im Agrarsektor. Diese sieht vor, dass jenen Unternehmen, die in der Primärerzeugung landwirtschaftlicher Erzeugnisse tätig sind, über einen Zeitraum von drei Haushaltsjahren bis zu 15.000 Euro De-minimis-Beihilfen gewährt werden können.

Ausschlussgründe, zugelassene Arten
Nicht verwenden dürfen die Antragstellenden beim Anbau von Getreide gentechnisch verändertes oder gebeiztes Saatgut, mineralische Dünger oder Klärschlamm. Eine weitere Voraussetzung ist der Verzicht auf Verwendung von Pflanzenschutzmitteln einschließlich Wachstumsreglern.
Zugelassene Arten sind Buchweizen sowie Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Dinkel, Hartweizen, Khorasanweizen, Zweikorn/Emmer oder Einkorn.