Bauernbund | 25.02.2017

Jörglmoarhof erhält Steinkeller-Preis

Die Steinkeller-Stiftung vergibt anlässlich der Landesversammlung des Südtiroler Bauernbundes alljährlich einen Förderpreis an bäuerliche Familien, die ihren Bauernhof vorbildlich restauriert haben. In diesem Jahr erhielt diesen Preis der Jörglmoarhof in Sankt Lorenzen im Pustertal.

Siegfried Brugger (Präs. Steinkeller-Stiftung), Familie Oberhöller mit Altbauer Josef, Bäuerin Evelin, Bauer Leonhard und Sohn Jonas, SBB-Obmann Leo Tiefenthaler (v.l.)

Siegfried Brugger (Präs. Steinkeller-Stiftung), Familie Oberhöller mit Altbauer Josef, Bäuerin Evelin, Bauer Leonhard und Sohn Jonas, SBB-Obmann Leo Tiefenthaler (v.l.)

Der Jörglmoarhof wurde um das 16. Jahrhundert erbaut. Seit 1969 ist er im Besitz der Familie Oberhöller, die ursprünglich aus dem Sarntal stammt und den Hof mittlerweile in der 3. Generation bewirtschaftet. Der Hof liegt in der St. Lorenzner Fraktion Moos auf 900 Metern Meereshöhe. Der zweigeschossige Mauerbau ist von kunsthistorischer Bedeutung und wurde in den 1980er Jahren unter Denkmalschutz gestellt. Damals wurde der Hof nur notdürftig saniert, da die finanziellen Mittel fehlten.

Sanierungsarbeiten ab 2004
Im Jahr 2004 hat Jungbauer Leonhard Oberhöller mit der Planung für die Sanierung des dreistöckigen Wohnhauses begonnen. Die Arbeiten wurden in Absprache mit dem Denkmalamt in Angriff genommen. Die Sanierung gestaltete sich äußerst aufwendig. Die Arbeiten wurden aber mit großer Sorgfalt durchgeführt, wodurch die schönen alten Stuben, das Gewölbe und das Jahrhunderte alte Gemäuer erhalten wurden.
Im Dachgeschoss wurden zwei Ferienwohnungen eingerichtet, mit denen die Jungbauernfamilie ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein aufgebaut hat. Die gesamte Familie ist nicht nur für ihren Fleiß bekannt, sondern auch für die große Musikleidenschaft. Die ganze Familie Oberhöller ist weitum und auch über die Landesgrenzen hinaus als musizierende Familie bekannt.

Lärchenschindeln aus Traditionsbewusstsein
Die Sanierung des Daches war unumgänglich. Leonhard Oberhöller war mutig und beschloss trotz erheblichem finanziellem Mehraufwand, das Dach wie ursprünglich mit Lärchenschindeln zu decken. Nach fünf Jahren Bauzeit, mit viel Eigenleistung, harter Arbeit, Herzblut und finanziellem Aufwand konnte die Sanierung abgeschlossen werden.
Doch das Schicksal stellte die Familie auf eine harte Probe: Der Dachstuhl fiel im Sommer 2008 dem Feuer zum Opfer und musste von Neuem restauriert werden. Die junge Familie brauchte erneut viel Kraft, Geduld und Geld, um die Wasserschäden durch die Löscharbeiten im Inneren zu beheben und das Dach ein zweites Mal originalgetreu zu decken.
Nun ist der Jörglmoarhof nicht nur Heimat der jungen Familie, sondern auch jene des Altbauern. Mit vereinten Kräften bewirtschaften sie den Hof, dessen Ertrag hauptsächlich aus der Milchwirtschaft stammt.