Arbeitsberatung | 16.03.2017

Wie man Nicht-EU-Bürger saisonal anstellt

Seit 21. März können Betriebe wieder um saisonale Arbeitsgenehmigung für Nicht-EU-Bürger ansuchen. Möglich ist dies auch beim Bauernbund.

Wie alle Jahre hat die Regierung kürzlich die Quoten für die saisonalen Arbeitsgenehmigungen für Nicht-EU-Bürger für die Sektoren Landwirtschaft und Gastgewerbe festgelegt. Das Dekret des Ministerpräsidenten wurde am 13. März im Amtsblatt der Republik veröffentlicht.
Außerdem wurden in diesem Dekret auch Quoten für nicht saisonale Arbeitsgenehmigungen festgelegt, unter anderem für die Umwandlung von saisonalen Arbeitsgenehmigungen in nicht saisonale. Dies kann für die Landwirtschaftsbetriebe durchaus inte­ressant sein.  

Mehrjährige Genehmigungen neu geregelt
Im November gab es eine Gesetzesänderung zu den saisonalen Arbeitsgenehmigungen. Italien musste dabei eine EU-Bestimmung übernehmen. Unverändert bleibt: Ein saisonal angestellter Nicht-EU-Bürger darf insgesamt neun Monate in Italien arbeiten.
Weist er aber vor, dass er in den letzten fünf Jahren mindestens einmal saisonal gearbeitet hat, kann er – im Falle wiederholter Arbeit – eine mehrjährige Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Diese gilt für die angegebenen saisonalen Arbeitsperioden und hat maximal drei Jahre Gültigkeit. Das heißt: Im zweiten und dritten Jahr sind für ihn zur Anstellung keine Quoten nötig. Außerdem sieht das neue Dekret vor, dass der Arbeitszeitraum Jahr für Jahr auch unterschiedlich sein kann, solange insgesamt die Summe der neun Monate pro Jahr nicht überschritten wird.

SBB-Lohnbüro bietet Dienst an
Die Ansuchen um saisonale Arbeitsgenehmigungen können ausschließlich über ein Portal des Innenministeriums gestellt werden. Die Eingabe ist ab 21. März möglich, das Verschicken der Gesuche ab dem 28. März. Interessierte Betriebe können ihre Gesuche über das Lohnbüro des Südtiroler Bauernbundes einreichen.
Gemäß der Regelung in Südtirol können die Ansuchen nur für jene Nicht-EU-Bürger gestellt werden, die bereits in den Vorjahren hier gearbeitet haben. In den restlichen Provinzen Italiens können hingegen auch Ansuchen für Arbeiter, die bisher noch nicht in Italien gearbeitet haben, gestellt werden.  

Nach Genehmigung zur Botschaft
Nach Ausstellung der Arbeitsgenehmigung durch das Arbeitsamt kann der Arbeiter dann in der italienischen Botschaft im Heimatland das Visum abholen und einreisen. Anschließend muss auf dem Arbeitsamt der Aufenthaltsvertrag unterzeichnet werden. Der Arbeitgeber muss ihn dabei begleiten. Der Arbeiter muss dann über die Post um die Aufenthaltsgenehmigung ansuchen.
Nun kann der Nicht-EU-Bürger angemeldet werden. Die Unterzeichnung des Aufenthaltsvertrages und das Ansuchen um Aufenthaltsgenehmigung müssen innerhalb von acht Tagen ab Einreise gemacht werden. Die Dauer der Genehmigung gilt ab dem Datum der Einreise.

Voraussetzungen für Umwandlung
Umwandlungen sind nur dann möglich, wenn der Arbeiter zum Zeitpunkt der Anfrage um Umwandlung eine gültige, saisonale Aufenthaltsgenehmigung besitzt und für drei Monate regulär Saisonarbeit geleistet hat. In der Landwirtschaft, wo die Arbeitsleistung in Tagen ausgedrückt wird, muss der Arbeiter deshalb im Schnitt mindestens 13 Tage pro Monat gearbeitet haben, das heißt 39 Tage im Zeitraum von drei Monaten.
Der Arbeitgeber kann die Umwandlung nicht machen – sie muss direkt durch den Arbeiter bei einem Beistandszentrum erfolgen. Wurde die Umwandlung der saisonalen Arbeitsgenehmigung positiv bewertet, erhält der Arbeiter eine Aufenthaltsgenehmigung wegen lohnabhängiger Arbeit. Sie hat eine Gültigkeit von einem Jahr und kann verlängert werden. Der Arbeiter kann dann in jedem Sektor arbeiten.