Internationales | 05.04.2017

Deutschland: Bauern genießen hohes Ansehen

Die deutsche Bevölkerung ist sich der Bedeutung der Landwirtschaft für Gesellschaft und Wirtschaft des Landes sehr bewusst. In einer Studie des Forschungsinstitutes Emnid liegen die Bauern in Sachen Ansehen hinter den Ärzten auf Platz zwei. von DBV

Das direkte Gespräch mit dem Bauern nutzen sechs von zehn Deutschen als Hauptinformationsquelle. (Foto: agrarfoto.com)

Das direkte Gespräch mit dem Bauern nutzen sechs von zehn Deutschen als Hauptinformationsquelle. (Foto: agrarfoto.com)

Die Daten für die Meinungsumfrage zum „Image der deutschen Landwirtschaft 2017“ hat Emnid vom 13. bis 24. Februar dieses Jahres erhoben. Mit 1000 Interviews bei der deutschsprachigen Bevölkerung in Privathaushalten ab 14 Jahren ist die Untersuchung repräsentativ. Emnid nimmt diese Untersuchung seit 1966 alle fünf Jahre vor.
Im Ranking der Berufe ist der Landwirt von Platz drei im Jahr 2012 auf Platz zwei vorgerückt, hinter dem Arztberuf und vor dem Polizisten.  Das Ansehen der Bäuerinnen und Bauern fällt in der Bevölkerung in allen Bundesländern durchweg positiv aus (79 Prozent). Für 87 Prozent der Bundesbürger ist eine leistungsfähige Landwirtschaft ein wesentlicher Bestandteil der Lebensfähigkeit des Landes.
Die „moderne Landwirtschaft“ wird von 61 Prozent der Bundesbürger anerkannt, 32 Prozent sehen sie kritisch. Mit dem Begriff „Tierwohl“ assoziieren 91 Prozent der Bundesbürger mehr Platz für die Tiere und eine artgerechte Haltung. 

Gespräch mit den Bauern sehr gefragt
Als Informationsquellen über die Landwirtschaft nutzen 60 Prozent der Bundesbürger das Gespräch mit Bauernfamilien beim Einkauf in Hofläden oder auf dem Wochenmarkt, beim „Tag des offenen Hofes“ (56 Prozent) oder während eines Urlaubs auf dem Bauernhof (21 Prozent). Generell ist das Fernsehen als Informationsquelle über die Landwirtschaft unverändert die Nummer eins (71 Prozent), verliert jedoch in der Trendbetrachtung leicht um drei Prozent. Auch die anderen klassischen Medien wie Radio, Tageszeitungen und Illustrierte verlieren (minus eins bis sechs Prozent).
Dagegen nimmt die Bedeutung der Online-Angebote auf niedrigem Niveau zu und liegt jetzt bei 41 Prozent. Bei den unter 30-Jährigen sind soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter mit vier bis zehn Prozent wichtige Informationsquellen. Die Medienberichterstattung über die Landwirtschaft bezeichnen 58 Prozent der Befragten als „ausgewogen“. Jeder Dritte benennt sie als „zu negativ“, jeder Zehnte als „zu positiv“.

Pflichtschulfach über Landwirtschaft 
Deutlich verändert hat sich seit 2012 der Abstand zwischen Ansprüchen der Verbraucher an die Landwirtschaft und der empfundenen Realität in den Betrieben. Danach beurteilen die Befragten die meisten Leistungen der Landwirte heute besser bei gleichbleibenden oder geringeren Ansprüchen der Verbraucher.
Nach der aktuellen Emnid-Untersuchung würden acht von zehn Bundesbürgern ein Pflichtfach über die Landwirtschaft in den Schulen begrüßen. 61 Prozent der Befragten kritisierten, dass gegenwärtig im Unterricht zu wenig landwirtschaftliche Themen behandelt würden.