Arbeitsberatung | 03.05.2017

ProPraktika

Betriebspraktika werden digital

Ausbildungs- und Orientierungspraktika geben Schülern und Studenten die Möglichkeit, Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln. Bisher musste ein Antrag in Papierform gestellt werden, seit dem 27.April hingegen läuft das Ansuchen über das Internetportal ProPraktika der Landesverwaltung. Die Ansuchen können über die Bauernbund-Abteilung Arbeitsberatung/Löhne oder direkt über das Portal gestellt werden. In diesem Fall kann man mit den Zugangsdaten von ProNotel2 in das Portal einsteigen.  

Ablauf
Nach Einreichen des Ansuchens bekommt man in der Regel innerhalb von 10 Arbeitstagen die Genehmigung. Der Arbeitgeber muss das Projekt ausdrucken und vom Praktikanten unterschreiben lassen. Im Fall eines Minderjährigen ist die zusätzliche Unterschrift des gesetzlichen Vertreters notwendig. Sobald alle Parteien das Praktikumsprojekt unterschrieben haben, hat es volle rechtliche Wirksamkeit. Der Betrieb muss den unterschriebenen Praktikumsvertrag in Originalform aufbewahren, der Praktikant bekommt eine Kopie. Die Zustellung der Genehmigung erfolgt über E-Mail und über das Portal ProPraktika (zum Download).  

Zielgruppe

Schüler und Studenten sowie Absolventen, die ihre Ausbildung vor nicht mehr als zwölf Monaten abgeschlossen haben, können ein Praktikum machen. Voraussetzung ist die Erfüllung der Schulpflicht und die Vollendung des 15. Lebensjahres. Außerdem darf der Praktikant in Vergangenheit nicht Praktika mit einer Gesamtdauer von mehr als zehn Monaten geleistet haben.   Dauer Die Mindestdauer des Ausbildungs- und Orientierungspraktikums beträgt mindestens 2 Wochen. Die Höchstdauer beträgt: drei Monate für Oberschüler, Berufsschüler, Schüler einer staatlichen Fachlehranstalt sowie Absolventen eines Lehrganges nach der Matura, wobei das Praktikum auch innerhalb von 12 Monaten nach Beendigung der Ausbildung beginnen kann. sechs Monate für Universitätsstudenten sowie Absolventen von Diplomstudien, von Forschungsdoktoraten und von postuniversitären Fortbildungskursen, wobei das Praktikum auch innerhalb von 12 Monaten nach Beendigung des Studiums beginnen kann. Die Praktikumsdauer kann aufgrund einer begründeten Anfrage des Betriebes auf insgesamt vier Monate im Falle der Schüler bzw. zehn Monate im Falle der Studenten verlängert werden.

Taschengeld und andere Vergütungen
Zwischen dem Betrieb und dem Praktikanten kann ein monatliches Taschengeld vereinbart werden. Der Mindestbetrag beläuft sich auf 300 Euro brutto. Empfohlen wird ein Betrag in einer Höhe von 600 Euro. Im Abkommen müssen andere eventuell vereinbarte Begünstigungen angeführt werden.  

Verpflichtungen des Arbeitgebers
Da das Praktikum kein Arbeitsverhältnis ist, muss der Arbeitgeber keine Sozialabgaben entrichten. Falls ein Taschengeld bezahlt wird, unterliegt dieses jedoch der Einkommenssteuer. Es muss somit ein Lohnstreifen ausgearbeitet werden. Der Betrieb muss den Praktikanten jedoch gegen Unfälle beim Nationalen Fürsorgeinstitut INAIL versichern.  Dazu muss er eine eigene Versicherungsposition eröffnen. Außerdem müssen alle Ausbildungen im Bereich Arbeitssicherheit absolviert werden. Dies gilt für den Leiter der Dienststelle für Arbeitssicherheit, den Brandschutz und Erste Hilfe Beauftragten.  

Anzahl der Praktikanten in einem Betrieb
Alle Betriebe dürfen einen Praktikanten aufnehmen. Betriebe mit 6 bis 19 Angestellte mit untergeordnetem Arbeitsverhältnis, können zwei Praktikanten aufnehmen. Betriebe mit 20 und mehr Angestellte können hingegen nicht mehr als 10% der Angestellten als Praktikanten aufnehmen. Zum Beispiel für einen Betrieb mit 30 Angestellten sind es 3 Praktikanten.  

Nähere Informationen
Nähere Informationen erhalten interessierte Mitglieder auf der Internetseite des Landes-Arbeitsamtes und in der Bauernbund-Abteilung Arbeitsberatung/Löhne.