Produktion, Internationales | 08.05.2017

GVO-Pflanzen weltweit auf Rekordniveau

Der globale Anbau von gentechnisch veränderten (GV) Pflanzen hat im vergangenen Jahr wieder zugenommen, nachdem er 2015 erstmals leicht eingeschränkt worden war. Die weltweit mit GV-Pflanzen bestellte Fläche wuchs im Vorjahr auf die neue Rekordmarke von 185,1 Millionen Hektar an. von AgraEurope

In den letzten 20 Jahren hat sich die weltweite Anbaufläche mit GV-Pflanzen mehr als verhundertfacht. (Foto: Pixabay)

In den letzten 20 Jahren hat sich die weltweite Anbaufläche mit GV-Pflanzen mehr als verhundertfacht. (Foto: Pixabay)

Laut Angaben des Internationalen Service für die Nutzung von Gentechnik in der Landwirtschaft (ISAAA) kag der Zuwachs im Vorjahr bei 5,4 Millionen Hektar oder drei Prozent. Damit habe das Anbauareal ausgehend vom Jahr 1996 mit 1,7 Millionen Hektar innerhalb von 20 Jahren um mehr als das Hundertfache zugenommen, stellte die ISAAA fest. Nach Angaben der Organisation wurden 2016 transgene Pflanzen in 26 Staaten angebaut, darunter 19 Entwicklungs- und acht Industrieländer.

Anbaufläche großteils in fünf Ländern
Die globale Produktion von GV-Pflanzen konzentrierte sich weiterhin in den fünf Ländern USA, Brasilien, Argentinien, Kanada und Indien, deren Anbauareal gegenüber 2015 um 3,7 Prozent auf 168,2 Millionen Hektar zulegte – das entsprach fast 91 Prozent der Gesamtfläche. In der EU bauten 2016 laut ISAAA nur Spanien, Portugal, Tschechien und die Slowakei den Genmais Mon 810 auf insgesamt etwa 136.400 Hektar an; das waren 19.500 Hektar oder 16,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Weltweit waren die gentechnisch veränderten Hauptanbaufrüchte Sojabohnen, Baumwolle, Mais und Raps, wobei die Sojaerzeugung rund die Hälfte der Gesamtfläche in Anspruch nahm. 

Nutzen für Landwirte und Verbraucher
Die ISAAA begrüßte ausdrücklich, dass weltweit immer mehr Sorten von Biotech-Pflanzen zugelassen würden, was nicht nur den Landwirten, sondern auch den Verbrauchern zugutekomme. So seien 2016 in den USA und Kanada erstmals GV-Kartoffeln angebaut worden, die beim Erhitzen weniger Acrylamid entstehen ließen. Auch seien in den USA gentechnisch modifizierte Äpfel geerntet worden, die sich durch längere Lagerzeiten und eine geringere Verderblichkeit auszeichneten.
Darüber hinaus sei der Einsatz von Herbiziden und Insektiziden spürbar reduziert und die Nahrungsmittelversorgung sowie die Einkommenssituation der Landwirte in Entwicklungsländern verbessert worden. Insbesondere in Afrika sei zuletzt eine wachsende Akzeptanz für den Einsatz von Gentechnik festzustellen gewesen, berichtete die ISAAA. Die Anbauflächen in Südafrika und im Sudan seien 2016 um gut 16 Prozent auf 2,66 Millionen Hektar ausgedehnt worden.