Arbeitsberatung | 23.05.2017

Landwirtschaftliche Arbeiter richtig beschäftigen

Die Beschäftigung von landwirtschaftlichen Arbeitern ist mit bestimmten formellen Verpflichtungen verbunden. Der Betriebsinhaber wird zusätzlich zum Arbeitgeber und hat somit die Verantwortung zur korrekten Handhabung der Arbeitsverhältnisse.

Erstmals Arbeitgeber
Betriebe, die das erste Mal landwirtschaftliche Arbeiter beschäftigen, müssen vor Beginn der Arbeit beim Nationalen Fürsorgeinstitut NISF/INPS die sog. Betriebsmeldung einreichen. Bei dieser Meldung müssen alle Grundstücke und Maschinen des Betriebes mitgeteilt werden. Es handelt sich dabei um eine einmalige Verpflichtung, die nicht jährlich wiederholt werden muss. Später müssen nur noch Änderungen, wie z.B. Pachtflächen, mitgeteilt werden. Da zahlreiche Informationen abgefragt werden, sollten sich jene Betriebe, die die Lohnbuchhaltung beim Südtiroler Bauernbund Abteilung Arbeitsberatung/Löhne machen wollen, aus organisatorischen Gründen einige Wochen vor Erntebeginn melden. Dadurch wird gewährleistet, dass alle Formalitäten fristgerecht erledigt werden können. Zudem gilt es die Verpflichtungen im Bereich Arbeitssicherheit einzuhalten. Neue Arbeitgeber müssen die Pflichtkurse besuchen und eine Risikobewertung abfassen.  

Meldung der Arbeiter bei den zuständigen Ämtern

Die wichtigste Voraussetzung um spätere Strafen, z.B. für Schwarzarbeit zu vermeiden, ist eine pünktliche Anmeldung der Arbeiter beim Arbeitsamt. Auch die Arbeitsverhältnisse in der Landwirtschaft müssen bis spätestens am Tag vor Arbeitsbeginn beim Amt für Arbeitsmarktbeobachtung gemeldet werden. Diese Meldung erfolgt ausschließlich elektronisch über das Portal der Landesverwaltung ProNotel2. Sie kann entweder von zu Hause aus gemacht oder von den Mitarbeitern der Abteilung Arbeitsberatung in den Bezirksbüros vorgenommen werden. Dabei müssen alle relevanten Daten der Arbeiter bis spätestens zwei Tage vor Arbeitsbeginn den Mitarbeitern mitgeteilt werden. Besonders wichtig ist eine korrekte und leserliche Steuernummer Der Arbeitgeber muss eine Kopie der Anmeldung beim Betriebssitz aufliegen haben. Wird der Arbeiter nicht bei den zuständigen Stellen gemeldet, handelt es sich um Schwarzarbeit. Im Falle einer Kontrolle durch die Behörden kann es dann zu sehr hohen Strafen kommen. Der Arbeiter sollte sich auf der Wiese außerdem ausweisen können.      

Gemeinschaftliche Anstellung
Bei der gemeinschaftlichen Anstellung können zwei oder mehrere Betriebe zusammen Arbeitnehmer beschäftigen. Voraussetzung ist, dass die Betriebsinhaber bis zum dritte Grad (Nicht/Neffe, Onkel/Tante) verwandt bzw. verschwägert sind. Unter Verschwägerte versteht man dabei die Verwandten des Ehepartners.   Um die gemeinschaftliche Anstellung anwenden zu können, müssen die Betriebe ein Abkommen abschließen, in dem sie festlegen, welcher Betrieb die Verpflichtungen übernimmt. Dieses Abkommen muss dann mit „sicherem Datum“, z.B. per zertifizierter E-Mail (PEC) an den Südtiroler Bauernbund geschickt werden. Die jeweiligen Arbeitgeber haften solidarisch für die vertraglichen und sozialrechtlichen (Beiträge NISF/INPS) Verpflichtungen. Ein Arbeitnehmer hat somit zwei oder mehrere Arbeitgeber, er bekommt aber nur einen Lohnstreifen auf dem alle gearbeiteten Stunden und der Lohn angeführt sind. Die einzelnen Betriebe müssen jedoch weiterhin die Stunden separat notieren, da sie bei der Meldung an das NISF/INPS separat angeführt werden müssen.