Arbeitsberatung | 26.05.2017

Arbeiter richtig beschäftigen - 1. Teil

Die Beschäftigung von landwirtschaftlichen Arbeitern bringt formelle Verpflichtungen mit sich. Der Betriebs­inhaber wird zum Arbeitgeber und hat die Verantwortung zur korrekten Handhabung der Arbeitsverhältnisse.

Betriebe, die das erste Mal landwirtschaftliche Arbeiter beschäftigen, müssen vor Beginn der Arbeit beim Nationalen Fürsorgeinstitut NISF/INPS die sog. Betriebsmeldung einreichen. Bei dieser Meldung müssen alle Grundstücke und Maschinen des Betriebes mitgeteilt werden. Es handelt sich dabei um eine einmalige Verpflichtung, die nicht jährlich wiederholt werden muss. Später müssen nur noch Änderungen wie z. B. Pachtflächen, mitgeteilt werden.
Da zahlreiche Informationen abgefragt werden, sollten sich jene Betriebe, die die Lohnbuchhaltung beim Südtiroler Bauernbund, Abteilung Arbeitsberatung/Löhne, machen wollen, aus organisatorischen Gründen einige Wochen vor Erntebeginn melden. Dadurch wird gewährleistet, dass alle Formalitäten fristgerecht erledigt werden können.
Zudem gilt es, die Verpflichtungen im Bereich Arbeitssicherheit einzuhalten. Neue Arbeitgeber müssen die Pflichtkurse besuchen und eine Risikobewertung abfassen.

Meldung der Arbeiter bei den zuständigen Ämtern
Die wichtigste Voraussetzung, um spätere Strafen, z. B. für Schwarzarbeit, zu vermeiden, ist eine pünktliche Anmeldung der Arbeiter beim Arbeitsamt.
Auch die Arbeitsverhältnisse in der Landwirtschaft müssen bis spätestens am Tag vor Arbeitsbeginn beim Amt für Arbeitsmarktbeobachtung gemeldet werden. Diese Meldung erfolgt ausschließlich elektronisch über das Portal der Landesverwaltung ProNotel2 (www.provinz.bz.it/ ProNotel2). Sie kann entweder von zu Hause aus gemacht oder von den Mitarbeitern der Abteilung Arbeitsberatung in den Bezirksbüros des Südtiroler Bauernbundes vorgenommen werden. Dafür  müssen den Bauernbund-Mitarbeitern alle relevanten Daten der Arbeiter bis spätestens zwei Tage vor Arbeitsbeginn mitgeteilt werden. Besonders wichtig ist eine korrekte und leserliche Steuernummer.
Der Arbeitgeber muss eine Kopie der Anmeldung beim Betriebssitz aufliegen haben. Wird der Arbeiter nicht bei den zuständigen Stellen gemeldet, handelt es sich um Schwarzarbeit. Im Falle einer Kontrolle durch die Behörden kann es dann zu sehr hohen Strafen kommen.
Der Arbeiter sollte sich während seiner Arbeitszeit auf der Wiese außerdem ausweisen können.


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Gemeinsame Anstellung

Zu beachten
Bei der gemeinschaftlichen Anstellung können zwei oder mehrere Betriebe zusammen Arbeitnehmer beschäftigen. Voraussetzung dafür ist, dass die Betriebsinhaber bis zum dritten Grad (Nichte/Neffe, Onkel/Tante) verwandt bzw. verschwägert sind. Unter Verschwägerten versteht man die Verwandten des Ehepartners.   
Um die gemeinschaftliche Anstellung anwenden zu können, müssen die Betriebe ein Abkommen abschließen, in dem sie festlegen, welcher Betrieb die Verpflichtungen
übernimmt. Dieses Abkommen muss mit „sicherem Datum“, z. B. per zertifizierter E-Mail (PEC) an den Südtiroler Bauernbund geschickt werden.
Die jeweiligen Arbeitgeber haften solidarisch für die vertraglichen und sozialrechtlichen (Beiträge NISF/INPS) Verpflichtungen. Ein Arbeitnehmer hat in diesem Fall also zwei oder mehr Arbeitgeber, er bekommt aber nur einen Lohnstreifen, auf dem alle gearbeiteten Stunden und der Lohn angeführt sind.
Die einzelnen Betriebe müssen jedoch weiterhin die Stunden separat notieren, da sie bei der Meldung an das NISF/INPS separat angeführt werden müssen.