Internationales | 06.06.2017

Klimaschutz – jetzt erst recht

Von Entsetzen über Empörung – auch bei den Bauern im eigenen Land – bis hin zu Trotz reicht die Palette der Reaktionen auf die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, aus dem Weltklimavertrag auszusteigen. von AIZ/AgraEurope

Für einen Aufschrei der Entrüstung hat der Abschied der USA vom Klimavertrag gesorgt. (Foto: Pixabay)

Für einen Aufschrei der Entrüstung hat der Abschied der USA vom Klimavertrag gesorgt. (Foto: Pixabay)

US-Präsident Donald Trump hat entschieden, aus dem Weltklimavertrag, auf den sich die Vereinten Nationen im Dezember 2015 in Paris geeinigt hatten, auszusteigen. Ziel der beteiligten Länder und der EU war es, die globale Erwärmung auf höchstens zwei Grad zu begrenzen. Die österreichische EU-Abgeordnete Elisabeth Köstinger bezeichnet Trumps Entscheidung als „unverständlich, kurzsichtig und zutiefst bedauerlich“. Er mache Politik auf Kosten der nächsten Generation und spiele mit der Zukunft unserer Kinder. Umso wichtiger sei es jetzt, dass die EU geschlossen hinter den Zielen des Klimaabkommens stehe und sich nicht beirren lasse.
Österreichs Umwelt- und Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter bezeichnete das Vorgehen von US-Präsident als „ignorant und arrogant“. Der historische Durchbruch von Paris könne nicht rückgängig gemacht werden, zeigte sich Rupprechter überzeugt. auch er hofft auf einen „Solidarisierungseffekt zwischen den verbliebenen Staaten“. 

Schwarzer Tag für den Klimaschutz
„Heute ist ein schwarzer Tag für den Klimaschutz“, kommentierte der Deutsche Bauernverband (DBV) den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen. Die Landwirtschaft sei einer der am stärksten von der globalen Erderwärmung betroffenen Wirtschaftsbereiche und habe ein starkes Interesse am Klimaschutz als globale und gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Im Pariser Klimaabkommen wurde der Landwirtschaft für die Erzeugung von Lebensmitteln eine Sonderrolle beim Klimaschutz zuerkannt. Unter anderem wurde die Sicherung der Ernährung als fundamentale Priorität festgeschrieben. 

US-Landwirte empört
Der angekündigte Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen hat auch in der US-Landwirtschaft für Empörung gesorgt. Die National Farmers Union (NFU) warf Präsident Donald Trump vor, die akute Bedrohung der heimischen Bauern durch den Klimawandel zu ignorieren. Er lasse es zu, dass extreme Wetterereignisse künftig die Produktion zerstörten und damit die Betriebe bedrohten und auch die Lebensmittelpreise hochtrieben. Bereits heute bekomme die US-Landwirtschaft den Klimawandel zu spüren, betonte die Bauernorganisation. Und aus Prognosen gehe hervor, dass sich die Lage ohne Anstrengungen gegen den Klimawandel in Zukunft deutlich verschlechtern werde.