Arbeitsberatung | 31.07.2017

Vertrag für Gelegenheitsarbeit: Meldung, Zahlung und Kostenbeispiel

Der Vertrag für Gelegenheitsarbeit, also die Nachfolgeregelung der Voucher, kann auch von Landwirtschaftsbetrieben angewandt werden. Landwirtschaftsbetriebe können Pensionisten, Studenten und Arbeitslose über diese neue Vertragsart beschäftigen.

Meldung vor Tätigkeitsbeginn
Die Abwicklung des Vertrages für Gelegenheitsarbeit erfolgt über die Internetseite des NISF/INPS. Dazu müssen sich sowohl der Auftraggeber, als auch der Beschäftigte registrieren. Ebenfalls über die Internetseite der INPS müssen die Betriebe eine Meldung bis 60 Minuten vor Tätigkeitsbeginn machen. Die 60 Minuten vor Tätigkeitsbeginn sind der letztmögliche Moment für die Meldung, welche auch früher gemacht werden kann. Diese Meldung war seit Herbst 2016, in Form eines E-Mails auch bei den nun abgeschafften Vouchern nötig. Mit dieser Meldung müssen die Daten der beschäftigten Person, der Ort der Arbeiten und die Dauer der Arbeiten mitgeteilt werden. Landwirtschaftsbetriebe können maximal eine Arbeitsleistung von 3 ununterbrochenen Tagen mitteilen. Falls mehr Tage gearbeitet werden, muss eine neue Meldung gemacht werden. Für jeden dieser Tage wird dem Beschäftigten der Betrag von 4 Stunden gutgeschrieben, auch wenn effektiv weniger gearbeitet werden. Der Beschäftigte wird entweder mittels eines SMS oder über die Internetseite der INPS über die erfolgte Meldung informiert. Wenn die Arbeitsleistungen an einem oder mehreren der 3 Tage nicht stattfindet, kann der Betrieb die Meldung innerhalb von 3 Tagen, nachdem sie getätigt worden ist, widerrufen. Erfolgt der formelle Widerruf nicht, wird dem Arbeiter der Betrag für 4 Stunden pro Tag gutgeschrieben. Der Arbeiter wird auch über den erfolgten Widderruf informiert, er kann die Arbeitsleistung jedoch bestätigen, dann wird sie ihm immer gutgeschrieben.

Zahlungen
Um den Vertrag für Gelegenheitsarbeit nutzen zu können, muss der Betrieb ein Konto bei der INPS befüllen. Dies kann entweder über das Modell F24 oder über eine eigene Anwendung auf der Internetseite der INPS machen. Im Falle vom Modell F24 (Einzahlungsschlüssel CLOC) dauert es mindestens 7 Tage bis der Betrag auf dem Portal des Vertrages für Gelegenheitsarbeit verfügbar ist. Die Zahlung über die INPS kann mit Abbuchung auf einem Bankkonto oder über eine Kreditkarte erfolgen. Die Zahlung an den Beschäftigten erfolgt innerhalb des 15. des Folgemonats über die Plattform des NISF/INPS an das vom Beschäftigten angegebene Bankkonto. Falls kein Bankkonto angegeben wurde, wird die Zahlung dem Beschäftigten über den Postweg zugestellt, wobei das Geld bei der Post abgeholt werden muss. Über die INPS Plattform erfolgt auch die Einzahlung der Abgaben an die Separatverwaltung des NISF/INPS und an das INAIL.    

Strafen
Falls die Höchststundenanzahl oder das Einkommenslimit von 2.500 Euro überschritten werden, wird der Vertrag in ein Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit umgewandelt. Zu beachten ist, dass die Höchststunden, welche gearbeitet werden können, je nach Tätigkeit anders sind. Bei Tätigkeiten gemäß eines spezialisierten Arbeiters sind es jährlich 259 Stunden, bei Tätigkeit gemäß eines qualifizierten Arbeiters sind es 284 Stunden und als gewöhnlicher Arbeiter oder Erntehelfer sind es 381 Stunden im Jahr. Ein Erntehelfer kann somit bei einer täglichen Arbeitsleistung von 8 Stunden, 47 Tage beim gleichen Betrieb arbeiten. Für folgende Fälle ist eine Verwaltungsstrafe von 500 bis 2.500 Euro pro Arbeitsleistung vorgesehen: Es werden andere Personen, außer Pensionisten, Studenten oder Arbeitslose beschäftigt. Der Vertrag für Gelegenheitsarbeit wird von Betrieben mit mehr als 5 Fixarbeitern angewandt. Die Meldung 60 Minuten vor Tätigkeitsbeginn wird nicht gemacht.

Kostenvergleich GA

Die Tabelle beschreibt die Kosten pro Stunde beim Vertrag für Gelegenheitsarbeit im Vergleich zum Taglöhner. Im Fall der Tätigkeiten wie beim Erntehelfer, ist der Taglöhner günstiger. Ab dieser Einstufung liegt der Kostenvorteil beim Vertrag für Gelegenheitsarbeit.