Internationales, Politik | 31.08.2017

Dorfmann: Flexibleres Wolfsmanagement

In einer Anfrage an die EU-Kommission hat der Südtiroler Europaabgeordnete Herbert Dorfmann gefordert, dass der Schutzstatus des Wolfes an die lokalen Gegebenheiten angepasst wird.

Vor allem Mischlinge sollten laut Dorfmann identifiziert und entnommen werden können. (Foto: Pixabay)

Vor allem Mischlinge sollten laut Dorfmann identifiziert und entnommen werden können. (Foto: Pixabay)

Der Wolf ist über die sogenannte Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) besonders geschützt. Die Mitgliedsstaaten sind dadurch verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass Wölfe langfristig einen lebensfähigen Bestand aufbauen können (den sogenannten „guten Erhaltungszustand“). Herbert Dorfmann erklärt: „Sobald Wölfe in Regionen Europas einen guten Erhaltungszustand erreicht haben und somit andere Arten und Nutztiere gefährden und damit das natürliche Gleichgewicht des Ökosystems stören, muss ein Bewertungsverfahren entwickelt werden, welches es ermöglicht den Schutzstatus von Arten in bestimmten Regionen abzuändern.“
Der Wolf und der Braunbär sind keineswegs vom Aussterben bedrohte Arten. Deshalb muss man erkennen, dass es Gebiete in Europa gibt, in denen die Rückkehr dieser Beutegreifen zu nicht akzeptablen Konflikten führt. Das zeige die Situation in Südtirol deutlich, erinnert Dorfmann.

Wolfshybride stehen nicht unter Schutz
Zum Thema Wolf hat Herbert Dorfmann bereits im Juni dieses Jahres eine Anfrage an die EU- Kommission gestellt, und zwar ob Wolfshybride als geschützte Art im Rahmen der Habitat- Richtlinie fallen. Der EU-Kommissar für Umwelt, Karmenu Vella, hat in seiner Antwort nun nicht nur darauf verwiesen, dass Hybriden nicht demselben Schutzstatus wie der Wölfe genießen, sondern die Vermischung von Wolf und Hund als Bedrohung anzusehen ist.
Herbert Dorfmann dazu: „In Italien lässt sich in den vergangenen Jahren beobachten, dass es zunehmend zur Hybridisierung von Wolf und Hund kommt. Rund ein Drittel der 2000 Wölfe in Italien sind sogenannte Mischlinge. Die Gründe für diesen Vorgang sind zum einen die genetische Affinität der beiden Arten und zum anderen die wachsende Zahl an Wölfen, die ihren Lebensraum erweitert haben. Zumindest diese Tiere sind zu entnehmen. Sie nehmen oft Verhaltensweisen von Hunden an und sind damit nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für die Menschen eine Gefahr.“ 

Mischlinge identifizieren und entnehmen
Der nationale Wolfsplan muss deshalb endlich genehmigt werden und er muss vorsehen, dass alle Mischlinge identifiziert und entnommen werden. Zudem muss einem weiteren Ausbreiten des Wolfes Einhalt geboten werden.