Politik, Bauernbund | 31.08.2017

Wolf und Bär: „Ausstieg dringend notwendig“

Erfreut zeigt sich der Südtiroler Bauernbund über die Ankündigung von Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrat Arnold Schuler, das „Wolf- und Bärenabenteuer“ beenden zu wollen. Druck gemacht werden muss nun in Rom und Brüssel. von Michael Deltedesco

Mit Bär und Wolf hat die Almwirtschaft keine Zukunft: Das hat jetzt auch die Landespolitik verstanden.

Mit Bär und Wolf hat die Almwirtschaft keine Zukunft: Das hat jetzt auch die Landespolitik verstanden.

Die Berichte von qualvoll verendeten Schafen, Kälbern und Esel und die entsprechenden Bilder haben nicht nur bei Bauern und vielen Bürgern für Ärger und Unverständnis gesorgt, sondern rufen nun auch die Politik auf den Plan.

Ausstieg aus Bären- und Wolfsprojekten geplant
Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler freut sich darüber: „Wir begrüßen die Ankündigung von Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrat Arnold Schuler, aus den Bären- und  Wolfsprojekten ‚Life Ursus‘ und ‚LifeWolfAlps‘ auszusteigen. Die Raubzüge der Großraubtiere in den letzten Wochen haben klar gezeigt, dass sich die traditionelle Almwirtschaft und die Präsenz von Wölfen und Bären nicht miteinander vereinbaren lassen. Die Ankündigung von Kompatscher und Schuler ist ein klares Bekenntnis zur Almwirtschaft und zur Berglandwirtschaft.“

Mehr Mut und klare Haltung gefragt
Nun muss vor allem auf jene Stellen Druck ausgeübt werden, die für das Großraubwild zuständig sind: „Die Zuständigen sitzen in erster Linie in Rom und Brüssel. Von den italienischen Verantwortlichen, besonders den Regionen, erwarten wir uns mehr Mut und eine klare Haltung zum Wolf, aber auch zu Bären. Und auch Brüssel muss die eigene Position zum Wolf überdenken. Da der Wolf nicht mehr vom Aussterben bedroht ist, muss der Schutzstatus gesenkt werden.“
Der Bauernbund hofft im Interesse der Viehbetriebe, des Tourismus und der Menschen, die in ihrer Freizeit in den Wäldern und auf den Almen unterwegs sind, dass sich rasch etwas ändert – und zwar, bevor es zu spät ist und der Wolf in Südtirol Rudel bildet. 

Hunde und Zäune nicht umsetzbar
Wenig Verständnis hat der Bauernbund für die Position der Grünen, die Herdenschutzhunde oder Elektrozäune zum Schutz der Schafe, Ziegen, Kälber und Esel vorschlagen. „Wer die Beschaffenheit unserer Almen kennt weiß, dass die Tiere dort niemals ausreichend geschützt werden können. Oder sollen Tausende Hektar Almen einfach mal so schnell eingezäunt und die Zäune regelmäßig kontrolliert werden?“, fragt Tiefenthaler. Auch der Einsatz von Herdenschutzhunden sei nicht ohne weiteres möglich.

„Erfahrungen aus anderen Bergregionen haben gezeigt, dass diese Maßnahmen nicht den gewünschten Schutz bieten bzw. kaum umsetzbar sind“, betont Tiefenthaler.
Mit wissenschaftlichen Beratungsgremien und weiteren Arbeitsgruppen, wie vorgeschlagen, wird man das Problem mit Großraubtieren ebenfalls kaum in den Griff bekommen. Auch den Wölfen gut zuzureden und sie zu überzeugen, die Krallen von den Nutztieren zu lassen, wird wohl am Ende nichts nützen.
„Daher ist der von Landeshauptmann Arno Kompatscher vorgeschlagene Weg der einzig richtige“, ist der Bauernbund-Obmann überzeugt. Der Südtiroler Bauernbund wird die Bemühungen unterstützen und kann dabei auf die Mithilfe vieler Bauernverbände aus den Bergregionen zählen, die von ähnlichen Problemen mit Wölfen und Bären berichten.